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Kategorie: Trends
17:05 Uhr Donnerstag, 13. November 2008

Von: SB

Zurück in die Zukunft

Zur Eröffnung der Münchner Bücherschau referierte Deutschlands Zukunftsforscher Nummer eins. Die zu erwartende Zukunft des Buches wurde dabei aber ausgeblendet.

Bild: pixelio.de

Die Münchner Bücherschau, Bayerns größte Buchausstellung, ist nun zum 49. Mal eröffnet. In der Heimatstadt großer Verlagshäuser wie Hanser, dtv, arsEdition oder C.H. Beck werden noch bis zum 30. November rund 20.000 Bücher von 300 Verlagen ausgestellt und durch ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm ergänzt. Zahlreiche Autorenlesungen, Ausstellungen rund ums Buch sowie diverse Diskussionsrunden lassen die kommenden 18 Tage ganz im Zeichen des gedruckten Wortes stehen.

 

Wie jedoch die weitere Zukunft der Buchbranche aussehen wird, ist noch ungewiss. Sie wird davon jedoch besonders betroffen sein. Möglicherweise war daher Deutschlands Zukunftsforscher Nummer eins, Matthias Horx, als Hauptredner für die Eröffnungsveranstaltung ausgewählt worden. Vor rund 700 geladenen Branchen- und Medienvertretern hielt er einen Vortrag mit dem Titel „Technolution“.

 

Technolution aus der Vergangenheit

 

Doch nach den fast sorgenvoll anmutenden Begrüßungsworten von Wolf Dieter Eggert zu Beginn der Eröffnungsveranstaltung hatte das Publikum hohe Erwartungen an den Hauptredner gestellt. „Im Nirwana des Internet verschwinden die Bücher“ hatte Eggert, Vorsitzender des Bayerischen Landesverbandes des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, befürchtet. Der Titel hatte vermuten lassen, Zukunftsforscher Matthias Horx würde in seiner Präsentation auf diesen Aspekt der Zukunft eingehen. Auch, um die anwesenden Branchenvertreter zu beruhigen, oder gegebenenfalls auf das Kommende einzustellen.

 

Doch der Vortrag mit dem Titel „Technolution“, einer Wortschöpfung aus Horx´ Zukunftsinstitut, brachte am Ende nur eine wage Aussicht. Denn der Zukunftsforscher, Sohn eines bereits in den 1950er Jahren bekannten Visionärs und Ingenieurs, trug in seiner multimedialen Präsentation eher die Entstehung des aktuellen Ist-Zustandes der Gegenwart vor, als Ausblicke in die Zukunft zu geben.

 

Interessant, unterhaltsam sowie mit Anekdoten und wortgewandten Einlagen perfekt inszeniert, trug Horx die Geschichte der Zukunft als Infotainmentshow vor. Ob die Anwesenden wirklich mehr an der Evolution von Auto, Rasierer und Mobilfunkgeräten als an den zukünftigen Entwicklungen von Verlagen, Autoren und dem Buch interessiert waren, ist fraglich. Auf das Thema, das die Branche seit Monaten beschäftigt, wurde indes erst in den letzten Minuten eingegangen.

 

Laut Horx würden demnach Ebook und Lesegeräte noch so lange in einer elitären Liga spielen, bis es eine Art iTunes für Ebooks gebe. Dann aber werden Horx zufolge 18 Prozent aller Leser auf das Ebook umsteigen. Wie sich diese Zahl erschließt, ließ der Zukunftsforscher aber unbeantwortet. Für die zweite Erkenntnis des Abends, Verlage müssten ihre Bücher in Zukunft wohl eher durch Qualität und besondere Aufmachungen auszeichnen, um bei der anhaltenden Digitalisierung bestehen zu können, muss man dann wahrscheinlich kein Zukunftsforscher sein.

 









 


 


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