Das Netz wird weiser. Das Archiv-Portal Spiegel Wissen bietet Lexikoneinträge und sämtliche Spiegel Artikel seit der Gründung, Brockhaus kündigte an, seine weltbekannte Enzyklopädie kostenfrei online zugänglich zu machen. Wikipedia als freies Nachschlagewerk wirkt vor diesem Hintergrund fast schon arriviert. Immerhin: Sie ist das einzige Werk, an dem jeder Online-Nutzer mitwirken kann.
Wissensweb vs. Kollektiver Geltungsdrang
Das Mitmach-Web 2.0 das vor allem von der Selbstdarstellung der Nutzer in Communities lebt scheint von hochwertigerem Inhalt leise überholt zu werden. Während Blogger, Web2.0 Gurus und Journalisten in bittere Grabenkämpfe um Deutungshoheit und die so genannte Gatekeeper Funktion von professionellen Wissensarbeitern verstrickt sind, entwickelt sich das Internet zum Wissenspool.
Wissen und nicht Informationen, das ist der Anspruch, den Wikipedia, Spiegel und Brockhaus an sich selbst anlegen. Einzig die semantische Verknüpfung von Suchanfragen funktioniert virtuell noch nicht. Bei Spiegel Wissen stehen Treffer in Lexikon, Archiv und Wikipedia mindestens ebenso schnöde unverknüpft nebeneinander wie im Google Index.
Verlegerische Kompetenz verknüpft auch digital
Der Trend zum Wissens-Netz weg vom so genanntene User Generated Content des Web2.0 bietet Verlagen eine Möglichkeit, ihre ureigensten Kompetenzen im virtuellen Raum umzusetzen. Verlage verfügen über Jahrzehntelange Erfahrung in der Auswahl und Aufbereitung von hochwertigem Wissen. Eine steigende Zahl von Verlagsangeboten im Netz unterstreicht diese Entwicklung.
Dabei bedeutet diese Entwicklung keineswegs einen Rückfall von Web-Nutzern in die mediale Unmündigkeit. Ganz im Gegenteil. Der Einsatz von Web2.0 Elementen und Nutzerbeiträgen macht Wissen, Geschichten und Inhalte lebendiger als je zuvor.
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