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Kategorie: Meinung
11:08 Uhr Montag, 22. Dezember 2008

Von: AM

Warum Bezahlen im Netz nicht zählt

Was in der Welt jenseits des Internet selbstverständlich erscheint, hat sich im Netz noch nicht durchsetzen können. Auch in naher Zukunft wird es im WWW kaum Geld für Inhalte geben.

Bild: Pixelio.de

Der Blogger Ole Reißmann bringt auf medienlese.com die gegenwärtige Krise von Verlagen auf den Punkt: „Verlage werden zusammengespart“, schreibt er, parallel dazu stagniert das Anzeigengeschäft und weiter „Zentralredaktionen sind im Trend“ und „Beiträge sind natürlich käuflich“. Dazu ringen Verlage um neue Geschäftsmodelle im Internet. Nicht immer erfolgreich, wie der Fall von studivz zeigt. Die Studentencommunity wurde 2007 für über 50 Millionen Euro von Holtzbrinck Networks übernommen und konnte bis heute die enorme Reichweite kaum in positive Zahlen ummünzen.

 

Zu ausgeprägt ist die Mentalität, im Internet nahezu alles kostenlos bekommen zu wollen, sobald es um Inhalte geht. Die wenigen Bezahlmodelle wie Online-Abos sind zum Großteil gescheitert. Und so geht die Suche nach der Antwort weiter, wie im Netz mit Inhalten Geld verdient werden kann.

 

 

Ein Klick weiter ist alles umsonst

 

Zum Beispiel Informationen: Warum sollte für Informationen bezahlt werden, wenn dieselben Nachrichten oder Wissensschnipsel kostenlos vorliegen. Das Internet ist eben kein Kiosk oder Buchhändler, im Gegenteil: Alles ist überall verfügbar und zwar tausendfach. Für jeden Newsletter, der bezahlt werden muss, kann man sich zehn andere vollkommen kostenlos abonnieren.

 

Da hilft es auch nichts, wenn Deutschlands Top-Online-Trendsetter und selbsternannter Twitterkönig Sascha Lobo im Interview mit dem Branchendienst Turi2 die Renaissance von Bezahlmodellen beschwört und damit von Verlagsseite viel Beifall erntet. Tatsächlich scheinen Bezahlmodelle ein einfacher Ausweg aus der Werbefalle im Netz zu sein. Die Bannerpreise sind im Keller und mit ihnen die Klickraten der potentiellen Zielgruppen. Was läge da näher als Inhalte einfach Stück für Stück an die Internetnutzer zu bringen.

 

Lernen von der Musikindustrie

 

Bezahlmodelle können nicht über Nacht eingeführt werden. Das zeigen nicht zuletzt die Erfahrungen der Musikindustrie. Kostenpflichtige Downloads wurden erst im Windschatten von iPod und Co. salonfähig, angereichert mit jeder Menge Lifestyle als Kaufanreiz und ohne Standesdenken der großen Musikverlage.

 

Welche Schlüsse können Verlage daraus ziehen? Erstens wohl, dass es den meisten Lesern gleichgültig ist, woher sie ihre Informationen nehmen – Welt online, Süddeutsche oder Spiegel Online. Zweitens, dass deshalb online zu wenig Bindung der Nutzer besteht, um für Online-Inhalte ähnlich wie beim Abo der gedruckten Inhalte Geld zu verlangen. Deshalb aber im Netz nicht auf Qualität zu setzen, wäre jedoch fatal – die Medienkompetenz der Online-Nutzer sollte auf keinen Fall unterschätzt werden.

 

Auf lange Sicht könnte sich für Verlagsinhalte ein ähnliches Modell wie bei Musikdownloads etablieren. Schon heute abonnieren Internetnutzer einen Dienst und bezahlen bereitwillig dafür: Ihren Provider, der ihnen schon heute zahlreiche inhaltliche Dienstleistungen wie Email, Telefonie, SMS, Multimedia und Nachrichten bietet. Gegen einen zusätzlichen monatlichen Aufpreis könnten ausgewählte Inhalte via Provider zum Leser gelangen – im Abo und dennoch on demand.  









 


 


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