
Bild: pixelio.de
Bislang waren Blogromane oder Verlinkungen zu Google Maps, das Einbinden von Fotos oder auch Literaturhomepages im Bereich der Ebooks bekannt. Doch Projekte wie 21 Steps der britischen Perguin Verlagsgruppe erregten zwar Aufmerksamkeit, aber dennoch waren sie eher Randerscheinungen im Literaturbetrieb, der sich immer noch auf das gedruckte Werk fokussiert. Die Mehrheit steht der so genannten Hyperfiktion oftmals noch skeptisch gegenüber.
Doch mit der Einführung internetfähiger digitaler Lesegeräte könnte sich das in naher Zukunft ändern. Der Autor Bradley Inman hat beispielsweise ein Buch mit dem viel sagenden Titel „The Right Way to Do Wrong“ geschrieben, das teilweise aus Filmsequenzen und Twitterprofilen besteht. Der Autor selbst wolle auch nach der Veröffentlichung die fiktiven Tweets seiner literarischen Charaktere online weiterleben lassen, so Inman.
Passend zu den Entwicklungen positioniert sich daher die Plattform www.vook.tv . Laut Informationen der Seite soll es damit für Schriftsteller leichter sein Videos, Fotos, sowie Social Media oder Community-Elemente in die eigenen Werke einzubauen. Wie genau dies durchgeführt werden soll, ist indes an Hand des begrenzten Beta-Zugriffs nicht ersichtlich.
„The Amanda Project“
Wie ein solches, zu Deutsch Vuch genanntes Werk aussehen könnte, zeigt www.amandaproject.com . Die US-Fima Fourth Story Media arbeitet derzeit an der Geschichte um die verschwundene Amanda. An ihrer Highschool ist sie der unbekannte Freak, der nur mit vier anderen Schülern überhaupt gesprochen hat, bevor sie einfach verschwindet. Die vier Teenager müssen sich danach gemeinsam auf die Suche nach Amanda begeben, da sie die einzigen sind, die je mit ihr gesprochen haben.
Gezielt auf die Gruppe junger Leserinnen zugeschnitten wollen die literarischen Unternehmer bei ihrer Kreativität vor allem auf User Generated Content zurückgreifen: Ihre Zielgruppe wollen sie zu einer aktiven Beteiligung an der Geschichte aufrufen. Ab Sommer dieses Jahres soll das mehrteilige Mystery-Buch zumindest auf dem US-Markt erhältlich sein.
Technik noch nicht ausgereift
Fraglich ist allerdings, ob die Leserealität dieser Form der Vücher bereits gewachsen ist. Bislang sind die digitalen Lesegeräte sowohl auf dem US- als auch auf dem Europäischen Markt lediglich auf Graustufen beschränkt. Zudem sind noch lange nicht alle Modelle fähig problemlos im Internet zu surfen, geschweige denn mit einer Tastatur ausgestattet.
Daher könnte der Erfolg von vook.tv und der damit einhergehenden Vücher-Gattung noch etwas schleppend voran gehen. Mit farbigen Displays, Tastatur und mobilem Internet könnte es in wenigen Jahren indes wieder ganz anders aussehen. Doch selbst wenn die technischen Voraussetzungen dann geschaffen sein mögen, müssen die multimedialen Elemente der Vücher auch in den Verlauf der Handlung passen, und vor allem für den Leser zwingend sein. Denn nur mit multimedialem Spielzeug an der Hand dürften die Leser wohl kaum zu Vücherwürmer werden.
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