
Bild: pixelio.de
Mit großem medialen Aufsehen und vor allem großer Spannung wurde der Verkaufsstart von Sonys digitalem Lesegerät mit dem klangvollen Namen PRS-505 erwartet. Jetzt ist der Startschuss gefallen: In insgesamt 430 deutschen Buchhandlungen, darunter 230 Thalia-Filialen wird das Gerät nun zum Kauf angeboten. Doch die Freude über die neue Technik trübt die laut Nutzerstimmen noch unzureichend ausgebaute Bedienung.
Nicht alles aus einer Hand
Im Gegensatz zum internationalen Konkurrenten Amazon hat Sony keinen eigenen Ebook Shop für seinen Ebook-Reader konzipiert, sondern sich bewusst für ein Konglomerat verschiedener Anbieter und Partner entschieden. Doch diese dem Kunden gegenüber orientierte Freiheit hat auch seine Tücken: So ist zu lesen, dass für den Download eines Ebooks zwar eine Auswahl an Partnern zur Verfügung steht, diese aber jedes Mal eine neue Anmeldung erfordern.
Zudem muss bei vielen Titeln durch den Kopierschutz (DRM) die Ebook-Datei zunächst auf dem Computer zwischengespeichert werden, und dann erst auf den Reader eingespielt werden. Wenn das Installieren und Herunterladen der Dateien die Nutzung des eigentlichen Gerätes über längere Zeit beeinträchtigt, bleibt der Spaß am digitalen Lesen aus. Solche Erfahrungen waren gestern in so manchem Kommentar, beispielsweise auf boersenblatt.net, zu lesen.
Auch wenn noch nicht abzusehen ist, ob oder wann der Sony Konkurrent Amazon mit seinem Lesegerät Kindle auf den europäischen Markt kommt. Zumindest hier wäre eine derart umständliche Handhabe ausgeschlossen. Durch den eigenen Shop von Amazon könnten derartige Einkaufsprozesse hinfällig werden. Die komfortable Nutzung aus einer Hand birgt jedoch auch eine Abhängigkeit seitens der Kunden mit sich, die auch eine abschreckende Haltung auslösen könnte. Komfort würde hier wohl der freien Kaufentscheidung gegenüberstehen.
Ob mit dem heutigen Tag wirklich eine Revolution im deutschen Leseverhalten ausgebrochen ist, bleibt umstritten. Lothar Menne, langjähriger Verlagsberater und heutiger Chef des Ullsteinverlages, äußerste sich gegenüber handelsblatt.com zumindest kritisch. Bislang seien die Abläufe noch zu kompliziert, so Menne. Zumindest die Massentauglichkeit bleibt zum jetzigen Zeitpunkt einerseits ob den Liebhabern des haptischen Buches sowie dem Anschaffungspreis von rund 300 Euro zweifelhaft. Aber ein Trend ist es schon jetzt.
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