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Kategorie: Buch
08:00 Uhr Dienstag, 09. Dezember 2008

Von: AM

Studie: Land der Lesemuffel

Das Verhältnis der Deutschen zum Lesen ist ziemlich zweideutig. Die meisten finden es zwar wichtig, aber so richtig tut es dann doch keiner.

Vergangenen Donnerstag veröffentlichte die Stiftung Lesen eine Studie zum Stand des Lesens in Deutschland. Auf der Suche nach der Stellung der Lesekultur in Deutschland befragte das IFAK-Institut im Auftrag der Stiftung rund 2500 Personen ab 14 Jahren. Im Vordergrund stand dabei neben der Mediennutzung vor allem, ob die Befragten überhaupt noch lesen und wenn ja, wie und was.

 

Wie steht es nun um die Lesekultur und das Kulturgut im Land der Dichter und Denker? Die Deutschen pflegten „ein widersprüchliches Verhältnis“ zum Lesen konstatiert, die Studie: „Die Deutschen finden Bücher lesen wichtig – tun es aber nicht“.

 

 

Hochgebildet und im Internet

 

Gerade in diesem Spannungsverhältnis zwischen Anspruch und Wirklichkeit kommt die Studie zu einem Ergebnis, das gerade Verlage aufhorchen lassen sollte. Vor allem gut gebildete und junge Menschen bis 40 Jahre sind besonders offen für digitale Leseformate und stören sich nicht daran, auch längere Texte am Bildschirm zu lesen. Vielleicht ein Grund dafür, warum die Studie anmerkt, dass das „Lese-Zapping“, also das schnelle Überfliegen von Büchern, zunimmt.

 

Steuert das Lesen auf einen digital divide, eine digitale Kluft zwischen gebildeten, informationshungrigen jungen Bildschirmlesern und konservativen Buchanhängern zu? Immerhin deutet die Studie an, dass gerade eine junge Zielgruppe von Lesern voraussichtlich empfänglich für Kombinationen aus herkömmlichen Buch und Internetangeboten wäre.

 

 

Lesen in der Freizeit

 

Die Mehrzahl der Befragten möchte nicht auf gedruckte Bücher verzichten. Vor allem aus Gründen der Glaubwürdigkeit, der besseren Orientierung beim Lesen durch Seiten und der Mobilität von gedruckten Büchern – sie sind unabhängig von Akkulaufzeiten immer mitzunehmen.

 

Dennoch: Ein Viertel der Deutschen liest überhaupt nicht und auch die Zahl der insgesamt pro Jahr gelesenen Bücher geht nach unten. Nur vier Prozent der Befragten gab an, mehr als 50 Bücher pro Jahr zu lesen. Immerhin fast ein Buch pro Woche. Dafür hat sich die Anzahl der Befragten, die angaben täglich in einem Buch zu blättern seit 1997 von neun auf 16 Prozent zugenommen.

 

Ob gedruckt oder digital: Die erzählte Geschichte steht für die Mehrzahl der Befragten bei einem Roman im Vordergrund. Zentrales Lesemotiv, so die Studie, ist, dass Bücher „den Leser packen – und zwar immer wieder aufs Neue“.









 


 


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