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Die gesellschaftliche Diskussion zum „Welttag des geistigen Eigentums“ war vergangenen Samstag eher unerwartet entbrannt. Der offene Brief, der sowohl in der Printausgabe der Berliner tageszeitung, der Süddeutschen Zeitung und der Frankfurter Allgemeinen abgedruckt worden war, rief höchst unterschiedliche Reaktionen auf den Plan und spiegelt die derzeitige gesellschaftliche Kontroverse wieder.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Appell der Künstler ihrer eigenen Aussage nach ernst genommen. In einem Videopodcast vom Samstag erklärte sie die Urheberrechtsproblematik im Internet zur Chefsache. Ihre Ansprache, in der sie von der Thematik als einem „dicken Brett, das wir bohren müssen“ sprach, hat die Diskussion zumindest im Internet keinesfalls entschärft, sondern die Auseinandersetzung in die nächste Runde befördert.
Reaktionen
Die rasche Antwort der Kanzlerin auf den Appell des offenen Briefes wirkte allerdings teilweise ungelenk. „Das Herunterladen von Computern ist eine Sache, die nationale Grenzen nicht schützen können“. Mit Sätzen wie diesen sahen viele Blogger die Haltung bestätigt, man könne eine Diskussion über das Internet nicht mit Leuten führen, die das Netz nicht verstünden.
Mittlerweile finden sich zu diesem Thema unter Anderem ein „offener Brief vom Internet zum Tag des Geistigen Eigentum“ oder Debatten über die Frage, weshalb die Kanzlerin nach einem Appell von lediglich 200 Bürgern das Urheberrecht zu Chefsache erklärt, den Protest von 30.000 gegen die Vorratsdatenspeicherung hingegen vollkommen unkommentiert lässt.
Auch beklagt ein Blogger auf der Plattform www.kulturblogger.de den Hilferuf der Künstler nach einem Einlenken der Politik. Beispielsweise hätten sich viele Musiker bereits an die veränderten Umstände angepasst und würden nicht ihre eigenen Fans zu kriminalisieren. Eine Vielzahl habe bereits neue Ertragsquellen entdeckt und fokussiere ihre Einnahmen verstärkt auf Konzerte und Merchandisingartikel, da persönliche Erlebnisse und Erinnerungen eben nicht kostenlos zu vervielfältigen seien.
Strategie im Ausland
Die Pläne anderer Staaten, wie beispielsweise Großbritannien und Frankreich, die durch politisches Einlenken eine „Zivilisierung“ des Internet durchführen möchten, halten viele Meinungen im Internet hingegen für problematisch. Während der offene Brief an die Kanzlerin diese Vorhaben lobt, sehen die Blogger darin eine mögliche Zensur, die Entwicklungsmöglichkeiten und Freiheiten im Netz gefährdet.
Die Diskussion ist demnach noch nicht beendet. Die Kanzlerin hat angekündigt, das Thema Unheberrecht im Internet erneut bei den anderen führenden Industrienationen anzusprechen, denn „Raubkopien sind kein Kavaliersdelikt“, so Merkel in ihrer Ansprache.
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