
Bild: pixelio.de
Paulo Coelho scheint furchtlos. Während andere Autoren um ihr geistiges Eigentum im Netz bangen, verlinkt der Schriftsteller von seiner eigenen Seite auf Onlineversionen seiner Werke im Netz. Diese sind vorzugsweise illegal eingestellt, doch Coelho bemerkte als einer der ersten, dass frei Zugänglichkeit seiner Bücher im Netz nicht zwangsläufig den Verkauf derselbigen behindern müssen.
So hat sich der Verkauf eines seiner Werke innerhalb von drei Jahren von 3000 auf eine Million gesteigert. Der Effekt hat sich nicht nur für die englische Ausgabe, sondern auch für die Märkte in Norwegen, Serbien oder Japan gezeigt, so der Autor. Er sieht im technischen Fortschritt daher keineswegs eine Entscheidung zwischen Print und Digital. Coelho findet als moderner Autor die richtige Mischung zwischen beiden Seiten.
Bestsellerautor Coelho wird vom Idol zum Freund
Mittlerweile gilt der Autor als wahrer Vorreiter in Sachen Internet. In der Social Community www.facebook.com hat er derzeit 50.768 Freunde und Fans, er schreibt regelmäßig auf seinem Blog und sendet dort auch Videobotschaften an seine Leser. Seit kurzem hat er auch ein Faible für Twitter.com und pflegt den Kontakt zu seinen Anhängern mit Leidenschaft. Im Interview mit der britischen Zeitung Guardian meint Coelho, für ihn gehe es im digitalen Zeitalter vor allem um Beziehungen. „Es macht mir Freude, denn Schreiben ist etwas, was man nur alleine tun kann“.
Und so sucht der Bestsellerautor nicht nur den Kontakt, sondern auch den Rat seiner zahlreichen Internetfreunde. Für sein nächstes Buch „The Winner is alone“ hat er sich von seinen Lesern über die Anziehungskraft von Modemarken aufklären lassen. Zuvor hatte er bereits einen Filmwettbewerb zu seinem Roman „Die Hexe von Portobello“ auf seinem Blog ausgerufen.
Coelho, bzw. seine „digitally assitant“ Paula Bracconot mit dem richtigen Riecher für aktuelle Trends, wird nicht müde den Kontakt zu seinen Lesern auszubauen. Da er wissen möchte, wer sich hinter seinen Buchverkäufen verbirgt, hat er kürzlich eine virtuelle Ausstellung eröffnet. Coelho forderte die Leser dazu auf, sich mit ihrem jeweiligen Coelho Favoritenwerk zu fotografieren, und das Bild auf die Seite zu laden. Der Meister rief, und in Kürze fanden sich hunderte von Porträts auf Coelhos Blogseite.
Der Kontakt zu den Lesern wird jedoch auch abseits der Tastatur gepflegt. Der Autor lädt treue Leser zu seinen Parties ein und ist für viele, wenn auch in erster Linie virtuell, zum Freund geworden. Ihm selbst scheint es dabei ähnlich zu gehen. Im Interview mit dem amerikanischen Journalisten und Blogger Jeff Jarvis schlug ihm dieser vor, bei Langeweile seine Freunde über Twitter.com zum Kaffeetrinken einzuladen. Egal, wo er sich befinde, er würde sicherlich in Kürze Leute finden, die sich mit ihm gern die Zeit vertreiben. Der Vorschlag stieß bei Coelho auf offene Ohren.
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