
Bild: pixelio.de
Mittlerweile ist die Anzahl der in den USA veröffentlichten Titel auf 411.422 Bücher gestiegen. Doch die traditionelle Titelproduktion hat dabei nur den geringen Anteil von genau einem Prozent erzielt, ganz im Gegensatz zu den On-Demand Büchern auf Bestellung. Bei diesen Angeboten werden Bücher auf Nachfrage eines Kunden produziert und ermöglichen somit eine Auflage ab einem einzigen Exemplar, die beliebig oft und über längere Zeit vervielfältigt werden kann. Im Jahr 2006 war der Stand der Titelproduktion in diesem Sektor mit 22.000 Einzeltiteln noch relativ gering, doch mittlerweile ist er um das sechsfache, auf 135.000 angestiegen.
Verlag gegen On-Demand
Im Vergleich der beiden Angebote zeigen sich allerdings für die Produzenten wesentliche Unterschiede: Denn während in der klassischen Titelproduktion die Verlage in Druck und Vorarbeit der Bücher investieren, wird in der fast risikofreien On-Demand Lösung einfach auf Bestellung produziert. Die Vorlage der Bücher existiert lediglich in digitaler Form. Dabei ist zwar erst ein Verkauf zwischen 30 und 100 Büchern als wirtschaftlich rentabel anzusehen, doch immerhin wird so die Gefahr eines vielfach gedruckten Ladenhüters umgangen.
Die rapiden und eindeutigen Entwicklungen auf dem amerikanischen Buchmarkt lassen daher Spekulationen über die Zukunft der Verlage zu. Könnten sich möglicherweise bald die Verlage von der klassischen Verlagsarbeit hin zu weitläufigen Angeboten wie lulu.com oder ondemandbooks.com entwickeln? Auf der Seite von ondemandbooks.com wird die neue Technologie bereits mit einer Art Geldautomat für Bücher verglichen: Auf einem multilingualen und vollkommen dezentralen Marktplatz könne jeder innerhalb von Minuten zum wahren Buchautor werden, eben wie ein „ATM for books“.
Die Frage ist nur, wie der Leser dann aus einer riesigen Auswahl von Büchern noch diejenigen findet, die ihm auch wirklich zusagen. Vor allem in der Belletristik, das zeigt auch die Entwicklung auf dem amerikanischen Buchmarkt mit einer Steigerung um 17 Prozent, wird eine noch weiter verstärkte Titelproduktion erwartet. Denn jeder kann so neben Autor auch noch zum eigenen Verleger werden. Die Flut der Schubladenromane könnte also schon bald über die Ufer der Verlage treten.
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