
Bild: pixelio.de
Donkey Kong und Super Mario sind einschlägige Charaktere aus dem Hause des japanischen Videospiele-Entwicklers Nintendo. In den letzten Jahren legte das Unternehmen mit seiner mobilen Spielekonsole DS jedoch den Fokus auf eine neue Generation von Videospielen: Mit Gehirntraining, Kochanleitungen und diversen anderen neuen Spielformaten wurde das Gerät auch für die Generationen jenseits des Computerspielaffinen Teenageralters interessant.
Vorerst in Großbritannien soll nun genau diese Zielgruppe für eine neue Anwendungsmöglichkeit des Gerätes getestet werden. Denn bei der fortschreitenden Entwicklung digitaler Lesegeräte für die in Zukunft immer wichtiger werdenden Ebooks, will Nintendo sein DS für das Lesen kompatibel machen.
Daher bereitete das Unternehmen in Zusammenarbeit mit dem britischen HarperCollins Verlag. zunächst 100 literarische Klassiker für die mobile Konsole auf. Von Shakespeare, Dickens bis hin zu Jane Austen soll alles vertreten sein. Für 20 britische Pfund ist die Sammlung seit 26. Dezember in Großbritannien erhältlich.
Vorteile für Nintendo
Im Design birgt die Konsole von Nintendo bereits haptische Ähnlichkeiten mit dem Medium Buch, da es aufklappbar ist. Geblättert wird bei der DS Lektüre aber nicht mittels eines Knopfs wie bei anderen Geräten, sondern durch eine Berührung auf dem Display. Nicht nur dieser Unterschied könnte Nintendo einen Vorteil gegenüber dem Kindle von Amazon, oder dem Sony Ebook Reader verschaffen.
Denn bislang sind in Großbritannien Unternehmensangaben zufolge bereits 2 Millionen Nintendo DS Konsolen verkauft worden. Eine stolze Zahl, die selbst von den spekulativen Angaben über den Erfolg des Lesegerätes aus dem Hause Amazon bei weitem nicht überboten werden kann. Bisher hat das Unternehmen noch immer vermieden, konkrete Verkaufszahlen über den Erfolg des Kindle auf dem US-Markt zu veröffentlichen. Im Sommer schätzten jedoch diverse US-amerikanischen Branchen-Blogger rund 250.000 verkaufte Geräte.
Kleinere Ebook Ressourcen als die Konkurrenz
Neben der Tatsache, dass Nintendo so derzeit auf potentielle 2 Millionen Tester zurückgreifen kann, ist das Gerät rund 100 Pfund günstiger als die Konkurrenzprodukte, die 2009 in Großbritannien auf den Markt kommen sollen. Dennoch ist die Bibliothek für die Spielekonsole, mit der man jetzt auch lesen kann, im Gegensatz zur Konkurrenz deutlich beschränkter.
Während Amazon zumindest in den USA, bereits 80 Prozent der lieferbaren Bücher in digitalisierter Form für sein Gerät zur Verfügung stellen kann, hat Sony eine Zusammenarbeit mit der britischen Buchhandelskette Waterstone´s abgeschlossen. Mehrere tausend Titel können seit September direkt von der Homepage der Kette herunter geladen werden. Für die DS Konsole stehen dagegen bislang nur die jetzt erhältlichen 100 Klassiker zur Verfügung.
Ob in Deutschland neben Super Mario und Donkey Kong auch bald Shakespeare oder Jane Austen die DS Konsolen bevölkern werden, hängt Nintendo zufolge von dem Erfolg in Großbritannien ab.
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