
Bild: Internet
Mitte Oktober sollen die Dreharbeiten zum neuen Tarantino Film Inglorious Bastards in Berlin beginnen. Der Film orientiert sich nicht nur dem Titel nach an Ein Haufen verwegener Hunde des italienischen Regisseurs Enzo G. Castellari, der 1978 mit Bo Svenson und Fred Wiliamson verfilmt wurde. Darin gerät Ende des zweiten Weltkriegs ein Gefangentransport unter Beschuss. Drei US-Soldaten überleben und versuchen, sich in die Schweiz durchzuschlagen. Unterwegs treffen sie auf französische Untergrundkämpfer und beschließen zusammen eine V2 Rakete zu stehlen.
Dabei überspitzt Castellari das Pathos vieler Kriegsfilme durch Überzeichnung, satirische Anspielungen und inhaltlichem Minimalismus bei gleichzeitig hoher Spannung. Die Filmzeitschrift Schnitt bezeichnete deswegen nicht zuletzt wegen seines Unterhaltungswerts den Film als „formvollendete cineastische Arschbombe“. Kein Wunder, dass sich Zitate aus Castellaris Filmen oftmals bei Tarantino wieder finden und der US-Regisseur jetzt die Arbeit am Remake von Inglorious Bastards beginnt. Beim Filmfestival in Cannes 2009 soll der Film voraussichtlich vorgestellt werden.
Pünktlich zum Beginn der Dreharbeiten ist im Internet das mutmaßliche Drehbuch aufgetaucht – als unautorisierter Lesetrailer zum Kinofilm. Mit Grundkenntnissen der Suchmaschinen Klaviatur sind die 164 Seiten Drehbuch-Manuskript zu Inglorious Bastards schnell im Netz zu finden. Ob die scheinbar kopierten Seiten tatsächlich die letzte Entwurfsfassung des Drehbuchs vom Juli dieses Jahres sind, bleibt allerdings fraglich. Im Netz scheiden sich die Geister. Während manche Kommentatoren in Foren das Drehbuchmanuskript als Täuschungsversuch (Hoax) bezeichnen, sehen andere in den geschliffenen Dialogen und orthografischen Besonderheiten die Handschrift von Quentin Tarantino.
Glaubt man dem Skript, wird das Remake mit dem italienischen Original kaum mehr als den Titel gemein haben. In dem im Netz kursierenden Drehbuch-Entwurf operiert eine Einheit amerikanischer Soldaten hinter den deutschen Linien um dort Angst und Schrecken zu verbreiten.
Ob das vermeintliche Drehbuch gezielt oder unkontrolliert ins Netz gelangt ist dürfte angesichts der erzielten Aufmerksamkeit für den noch ungedrehten Film kaum eine Rolle spielen. Der virale Effekt des Lesetrailers, Diskussionen in Online-Foren, Blogeinträge bis hin zu Artikeln in den Feuilletons überregionaler Zeitung dürften dem Streifen jetzt schon mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen wie dem letzten Tarantino Film Death Proof: Der Film konnte in den USA und Deutschland an der Kinokasse kaum punkten.
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