
Bild: tora/photocase.de
Verlage und Autoren treffen im Netz auf eine Leserschaft, die mitreden und mitmachen will und die nicht gerade zimperlich die eigene Meinung kundtut.
Internet heißt schon lange nicht mehr nur „kostenlos“, sondern auch „Kommerz“. Mit einer rasanten Geschwindigkeit hat sich das Netz im Alltag großer Teile der Bevölkerung etabliert: Hier informiert sich der Nutzer über Produkte und Nachrichten, kommuniziert oder kauft eben auch ein. Dies hat, zusammen mit den interaktiven Möglichkeiten des Webs, das Verhältnis von Unternehmen und Verbrauchern zu Recht in den Fokus von Marketingabteilungen gerückt. Denn nur, wer die Wünsche und Erwartungen der Kunden erkennt und ernst nimmt, kann im Netz bestehen. Damit wird durch das Internet deutlich, was manches Unternehmen vergessen hat: Der Kunde ist König!
Gerade für Buchverlage ist die Bedeutung des Internets unbestreitbar. Vielleser und Buchkäufer nutzen das Internet überdurchschnittlich stark. Durch quasi unbegrenzten „virtuellen Regalplatz“ können alle Bücher ohne großen Aufwand ideal beworben werden – zugunsten der Leser, die im Netz Bücher entdecken können, die im Buchhandel nicht immer vorrätig sind. Eine breite Auswahl allein reicht allerdings nicht aus: Leser erwarten im Web2.0 weit mehr als eine Bestellmöglichkeit: Selbstverwirklichung, Dialog und Glaubwürdigkeit sind gefragt.
Im Internet ist niemand nur passiver Konsument ― jeder kann selbst eigene Inhalte erstellen. Dazu sind heute keinerlei spezielle Kenntnisse mehr nötig. Leicht können selbst produzierte Inhalte („User Generated Content“) erstellt und veröffentlicht werden und über Blogs, Profile oder die Gestaltung von Charakteren weiterverbreitet werden.
Online-Nutzer vernetzen sich im Internet ständig und tauschen sich durch Empfehlungen, Rankings oder Listen über ihre Vorlieben, Lieblingsbücher und Erfahrungen zu bestimmten Themen, Produkten oder Dienstleistungen aus. Auf Portalen wie studiVZ, MySpace oder Xing erstellen Mitglieder eigene Profile. Diese werden wiederum anderen Menschen zur Verfügung gestellt: Wer viele Online-Freunde hat, ist beliebt und macht bei diesen Meinung. Ein Grund, warum Rezensionen bei Online-Buchhändlern für Verlage und Autoren so wichtig geworden sind.
Dabei spielen wie in der Offline-Welt, Anerkennung und Glaubwürdigkeit eine zentrale Rolle: Das Web ermöglicht eine Zusammenarbeit in großem Ausmaß. Internetnutzer können sich zusammenschließen und an Projekten gemeinschaftlich arbeiten, wie beispielsweise die Online-Enzyklopädie Wikipedia beweist. Wer viel und gut arbeitet, kann sich der Anerkennung der Community sicher sein. Wer hingegen mit selbstgeschriebenen Rezensionen Marketing betreibt, beißt auf Granit und wird von der Community abgestraft. Glaubwürdigkeit ist folglich das A und O im Dialog mit mündigen Lesern.
Verlage, die wie das Netz von ihren Inhalten leben, müssen im Web ihre Kreativität für innovative Ideen und Konzepte zielgerichtet leben und diese mutig umsetzen. Im Kern aller Überlegungen müssen die Leser stehen. Leser, die im Internet selbst aktiv sind: die gern bloggen, schreiben und sich austauschen. Bücherkaufen allein, das lehrt das Netz, wird ihnen zukünftig nicht mehr genügen.
Simon Kurzenberger, 29, studierte nach seiner Buchhändlerausbildung an der HTWK Leipzig Buchhandel/Verlagswirtschaft. Er befasst sich mit dem Thema Marketing im Web2.0. Seit 2008 arbeitet er in den Bereichen Onlinemarketing, Marketing und Vertrieb für den Verlag Schöffling & Co. in Frankfurt.
| E-Mail: * | |
| Abmelden |
Brandneu: Die M.I.L.K. iPhone App bringt den ersten Crossmedia-Bildband fürs iPhone | mehr |
Mit bilandia können Bücher auf ganz neue Weise entdeckt werden. Zudem kann dabei Gelesenes digital festgehalten und mit anderen geteilt werden.
bilandia-media:
Social Media Marketing für Bücher und Online Werbung für Verlage
NEWBOOK unterstützt auch 2009 wieder den Buchtrailer Award
| mehr |
Es gibt viele Wege, einen Text ins Internet zu stellen, zumeist aber nur als einfachen Text oder umständliches PDF. Wie wäre es, einen Text buchähnlich und blätterbar im eigenen Design zu präsentieren? | mehr |
Man möchte sich über ein Buch unterhalten, und findet keine Gleichgesinnten? Wer Mitglied in einem der zahlreichen Literaturforen im Netz ist, muss sich darüber keine Sorgen machen. Die NEWBOOK Favoriten
| mehr |