In deutschsprachigen Ländern gelangt man seitdem automatisch auf die deutsche Website. Zur Freude der hiesigen, bereits knapp eine Million Mitglieder umfassenden Facebook-Gemeinschaft stellt sich diese lediglich als eine Übersetzung der englischen Version heraus.
Der Weg zur deutschen Seite ist der Inbegriff des Mitmachwebs, denn bei der Übersetzung der Texte wurde die Community selbst zu Rate gezogen. 2000 User konnten bei der zweiwöchigen Aktion mitmachen und waren somit aktiv an der Gestaltung beteiligt. Mit der Translation application war es möglich eigene Vorschläge einzureichen, die im Anschluss per Abstimmung ausgewählt wurden.
Unglückliche Wortwahl
Zunächst wirkt diese Vorgehensweise erneut wie ein genialer Schachzug der Facebook – Betreiber, die sich in solcher Manier nicht nur die Kosten für eine professionelle Übersetzung der Seite sparen konnten. Bereits 2007 öffnete sich das Portal für externe Programmierer, die mit den Open APIs das Netzwerk stetig weiter entwickeln.
Doch bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass die „user generated translation“ von Facebook einige unglückliche Begriffe hervorgebracht hat. Beispielsweise wurde „to poke“ (zu deutsch herumstochern, stöbern, oder stecken), was ähnlich wie das „gruscheln“ bei StudiVZ verwendet wurde, durch steriles „anklopfen“ ersetzt. Aber auch wilde Satzkonstruktionen oder fehlende Einheitlichkeit in der Anrede lassen sich beispielsweise unter dem Punkt Geschäftslösungen finden, der Unternehmen über ihre Möglichkeiten auf Facebook informieren soll.
Die Welle spült weiter
International hat Facebook laut eigenen Angaben rund 66 Mio. aktive Nutzer, wobei mittlerweile bereits mehr als 60% in Ländern außerhalb der USA registriert sind. Den Prognosen zufolge dürfte sich diese Zahl in naher Zukunft noch vergrößern, vor allem wenn die Übersetzungen auch für die ständig erneuerten Anwendungen umgesetzt werden können.
Es werden also bald wieder tausende freiwillige Übersetzer benötigt, die sich unentgeltlich ihre Zeit mit Englischübersetzungen vertreiben. Vielleicht nimmt sich Facebook auch ein Beispiel an den Betreibern des Portals Suit101. Diese beteiligen ihre Mitglieder zumindest in geringem Maße an den Werbeeinnahmen, die sie durch deren aktive Mitarbeit erhalten.
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