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Blogger gelten im Allgemeinen als technisch versiert und bestens über die neuesten Trends im Netz informiert. Doch die Frage ist, was diese Gruppe an potentiellen Frühabnehmern digitaler Trends von E-Books und der möglichen Revolution auf dem Buch- und Zeitungsmarkt hält.
Nachdem Ende April Kulturstaatsminister Bernd Neumann eine „Nationale Initiative Printmedien“ ins Leben gerufen hatte, um auf die Rettung der gedruckten Zeitung und auf ihre Rolle in der Demokratie aufmerksam zu machen, ist der Auflagenrückgang der Printbranche offensichtlich geworden. Mittlerweile wird der Großteil der Informationen nicht mehr über Printmedien, sondern die Nachrichtenportale im Netz eingeholt.
Das bestätigten auch die von NEWBOOK befragten Blogger. Zur Recherche ihrer Blogbeiträge werden der Umfrage zufolge zwar alle Mediensparten benutzt, doch am Lesen im Internet schätzen die meisten Aktualität, Flexibilität und den freien Zugang der Informationen.
Blogger Ole Reißmann von medienlese.de ist zudem der Meinung, dass durch das Internet tendenziell mehr gelesen werde. Das hieße aber nicht, dass man dadurch auch besser informiert sei. Man müsse mittlerweile ein wenig suchen, um an die benötigten Inhalte zu gelangen, da auch die Masse deutlich zugenommen habe. Dann gelange man aber seiner Meinung nach an ein beachtliche Menge an Informationen. Die Möglichkeit verschiedene Themen im direkten Vergleich miteinander zu betrachten, Verbindungen herzustellen und auch Zugang zu Informationen abseitiger Themen zu finden, ist ein weiterer Vorzug, den die Blogger der Umfrage am Lesen im Internet schätzten.
Bücher im Netz
Doch für das Medium Buch in digitalisierter Form scheint sich die Begeisterung in Grenzen zu halten. Thorsten Schuber, Betreiber von standardkommentar.de sieht im Internet und der Digitalisierung von Büchern nur für manche Bereiche einen erheblichen Vorteil: Für Gesetzestexte, Lexika oder Wörterbücher schafft das Internet und digitale Lesegeräte erhebliche Erleichterungen. Auch Zusammenfassungen von Büchern und die schnelle, prägnante Informationszufuhr wird durchaus geschätzt, doch Ole Reißmann sieht die Möglichkeiten der Branche bei weitem noch nicht voll ausgeschöpft.
Animierte pdf Magazine oder Bücher, kopierten lediglich die bereits bestehenden Printmedien, so Reißmann, und das sei der falsche Weg. Die Branche müsse sich auf ihre eigentlichen Vorteile konzentrieren, ohne dabei Bücher ohne Buch zu produzieren.
Da sich die meisten digitalen Lesegewohnheiten lediglich auf kurze Texte beziehen, sieht Christian Holst von kulturblog.net die Möglichkeit, Sachbücher in Kurzfassung von Experten ins Internet stellen zu lassen. Die Veröffentlichung von langen Ebook-Formaten hält hingegen nicht nur er für wenig sinnvoll. Lesen am Bildschirm, egal welcher Größenordnung ob PDA, Tablet oder PC Bildschirm, wird so wie von Natalia Martin Rivero, als äußerst anstrengend empfunden.
Die Haptik ist das A und O
Viele der von NEWBOOK befragten Blogger wollten aber das Buch an sich und das Lesen in der Freizeit nicht digitalen Lesegeräten opfern. Die Haptik scheint immer noch der wichtigste Aspekt beim Lesen im freizeitlichen Sinne zu sein. So viele Möglichkeiten die neue Technik auch offenbaren mag, will der Großteil so wie Blogger Patrick Fiekers „nicht mit einem Tablet PC am Strand liegen und bei Sonneneinstrahlung einen Roman nicht lesen können“.
Somit sehen die meisten der befragten Blogger die Zukunft des Buches durch die neuen Technologien eher nicht gefährdet. Auf die Frage, ob es in 50 Jahren noch gedruckte Bücher geben werde, gab es keinerlei Zweifel an dem weiteren Bestehen des an sich alt gedienten Mediums. Auch wenn ein gedrucktes Buch in keiner Weise mit der Informations- und Datenspeicherkapazität eines digitalen Lesegerätes, auf dem mehrere tausend Bücher gleichzeitig gespeichert werden können, mithalten könne, so ist die Haptik der entscheidende Pluspunkt, meint Daniela Bamberger. Für Torsten Schubert ist das Lesen in einem Buch wie Fahrrad fahren: „Das ist auch überholt und unnütz, trotzdem macht es jeder.“
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