
Bild: pixelio.de
Nach ihren kritischen Äußerungen über ihren Sender ZDF musste Heidenreich mit ihrer Literaturkritik-Sendung Lesen! umdisponieren. Denn auch der offene Brief, den Vertreter der Buchbranche an den Sender geschrieben hatten, und quasi um Gnade für Kritikerin und Sendung baten, blieb wirkungslos. Das ZDF nahm die monatliche Sendung aus dem Programm. Was folgte waren Spekulationen über einen Umzug zu Privatsendern, der kompletten Aufgabe der Sendung und der Suche nach einem ebenbürtigen Nachfolger.
Schließlich landete Heidenreich jedoch nicht mehr beim Fernsehen, sondern im Netz. Und das zu ihrer eigenen Freude. Denn auf dem neu gegründeten Portal www.litcolony.de , dem Onlineauftritt des Kölner LitCologne Literaturfestivals, darf sie weitermachen. Hier ist sie nicht auf einen nächtlichen Sendeplatz verbannt, auf dem vorher „Gejodel, und hinterher eine Kochshow“ ausgestrahlt wird. „Und weit und breit kein Kerner“, so Heidenreich. Statt auf die halbstündige Sendung einmal im Monat hinzufiebern, kann man sich nun unter litcolony.de zur eigenen gewünschten Sendezeit die Empfehlungen von Elke Heidenreich zu Gemüte führen.
Daneben gibt es jedoch noch weitere Veränderungen: Gesendet wird nicht mehr aus der Kölner Kinderoper, sondern aus dem Brauhaus Backe. Womit Sie sich jedoch anfreunden kann, ist ihre neue Redefreiheit, die sie für mehr oder weniger dezente Seitenhiebe nutzt. In ihrer ersten Sendung unter neuem Dach zitierte sie nach Herzenslust den Ausruf „Fick dich!“ einer Romanheldin und stellte direkt im Anschluss daran fest: „Im ZDF hätte ich das schon wieder nicht sagen können. Das ist doch wunderbar!“
Auch wenn ihr bewusst ist, dass Sie auf dem neuen Format einige ihrer treuen Zuschauer allein aus technischen Gründen verlieren wird, ist sie sich sicher neue gewinnen zu können. „Marcel Reich Ranicki wird uns hier sicherlich nicht finden. Das msacht aber auch nichts, denn Frauen verstehen ja sowieso nichts von Literatur“ merkte Heidenreich gewohnt ironisch in ihrer Einleitung zur ersten Sendung an. Die Zukunft wird zeigen, ob die geplanten monatlichen Folgen ähnliche Auswirkungen auf die Verkaufszahlen des Buchhandels wie noch zu ZDF-Zeiten haben werden.
| E-Mail: * | |
| Abmelden |
Brandneu: Die M.I.L.K. iPhone App bringt den ersten Crossmedia-Bildband fürs iPhone | mehr |
Mit bilandia können Bücher auf ganz neue Weise entdeckt werden. Zudem kann dabei Gelesenes digital festgehalten und mit anderen geteilt werden.
bilandia-media:
Social Media Marketing für Bücher und Online Werbung für Verlage
NEWBOOK unterstützt auch 2009 wieder den Buchtrailer Award
| mehr |
Es gibt viele Wege, einen Text ins Internet zu stellen, zumeist aber nur als einfachen Text oder umständliches PDF. Wie wäre es, einen Text buchähnlich und blätterbar im eigenen Design zu präsentieren? | mehr |
Man möchte sich über ein Buch unterhalten, und findet keine Gleichgesinnten? Wer Mitglied in einem der zahlreichen Literaturforen im Netz ist, muss sich darüber keine Sorgen machen. Die NEWBOOK Favoriten
| mehr |