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Kategorie: Meinung
10:55 Uhr Dienstag, 03. Februar 2009

Von: AM

Leipziger Buchmesse mit Sony Reader

Anfang März will Sony seinen Ebook Reader auf den deutschen Markt bringen Lesegewohnheiten verändern wird das Gerät jedoch weniger als mobile Telefone und Computer.

Bild: Pixelio.de

Wie bereits auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober letztes Jahr angekündigt wird Sony nach eigenem Bekunden zum 11. März sein Ebook-Lesegerät mit dem klangvollen Namen PRS-505 auf den deutschen Markt bringen. Für 299 Euro soll das Gerät inklusive zweier Romane und Sachbuch Leseproben zu haben sein. Zu kaufen soll das Gerät wie ebenfalls bereits im letzten Jahr vereinbart bei Libri.de und in den Geschäften der Buchhandelskette Thalia sein.

 

Mit der Markteinführung setzt Sony seinen Konkurrenten Amazon unter Druck, der derzeit zwar in den Vereinigten Staaten die zweite Kindle Generation einführt, in Deutschland bis jetzt jedoch den Verkauf des Lesegeräts immer wieder verschoben hat. Zudem haben andere Hersteller ebenfalls angekündigt, im Laufe des Jahres Lesegeräte einzuführen.

                                                      

Smartphones und Laptop gegen Ebook

 

Wo aber liegen neben der augenfreundlichen eInk Technologie die Vorteile von Ebook Lesegeräten. Vor allem Leser von Romanen stehen dem elektronischen  Lesen eher skeptisch gegenüber, wie nicht zuletzt eine Diskussionsrunderunde von NEWBOOK Redakteuren mit der Buchcommunity Buechereule.de zeigte. Von dieser Seite dürften die Hersteller von elektronischen Lesegeräten aller technischen Raffinesse zum Trotz eher mit wenig Nachfrage rechnen. Zumal sich auch zahlreiche Belletristik-Verlage derzeit in einer Diskussion um die Preisbindung und Preisgestaltung elektronischer Bücher aufreiben ohne konkret über digitale Geschäftsmodelle und Vertriebsformen nachzudenken. Die Crux: Ohne entsprechendes Angebot ist ein Ebook-Reader kaum zu verkaufen.

 

Anders sieht es für professionelle Vielleser aus, die jetzt schon auf ein breites Angebot von digitalen Publikationen zurückgreifen können. Fraglich ist jedoch ob die eher spartanischen Funktionalitäten des Ebooks durch die E-Ink Technologie ausgeglichen werden können, oder ob Wissenschaftler, Lektoren, Anwälte und anderen Berufsgruppen nicht aus pragmatischen Gründen gar nicht erst aufs Ebook ausweichen, sondern einfach beim Notebook bleiben. Zumal mit diesen Geräten eine direkte Weiterverarbeitung der Texte einfach möglich ist und durch immer mehr mobile Internetangebote das Netz und damit neue Literatur und Recherchemöglichkeiten nur einen Klick entfernt sind.

 

Klein und immer dabei: Subnotebook und Smartphone

 

Neben dem Notebook und neuartigen Subnotebooks, die umfangreiche Funktionen für weit unter 500 Euro bei langer Laufzeit bieten treten auch immer ausgefeiltere Smartphones wie das iPhone oder Modelle der Hersteller Nokia und SonyEricsson auf den Markt. So machte beispielsweise schon auf der Frankfurter Buchmesser der Verlag Onkel und Onkel vor, wie Bücher elektronisch auf dem iPhone gelesen werden können. Der Vorteil: Das Telefon ist immer mit dabei und bedeutend handlicher als die doch eher klobigen E-Book Reader.

 

Gut möglich, dass auch die zweite Generation  von elektronischen Lesegeräten trotz hoher technischer Innovation am Markt vorbeigeht. Zumindest den Belletristik-Verlagen könnte dies eine kleine Verschnaufpause zur Vorbereitung auf die Digitalisierung und ihren Folgen für den Buchmarkt verschaffen. Vielleicht die letzte.









 


 


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