
Bild: pixelio.de
In dieser Woche machte das Projekt Book Search von Google bereits zweimal Schlagzeilen: Am Montag stimmte die amerikanische Verlagsgruppe Randomhouse nach langem Zögern doch zu, ihre Bücher für die Online-Buchsuche zur Verfügung zu stellen. Das Unternehmen, das zum deutschen Bertelsmann Konzern gehört, hatte sich bislang gegen eine Kooperation mit dem Book Search Projekt gestellt. Wie am Montag bekannt wurde habe man sich nun aber zu einer Zusammenarbeit entschlossen, die zunächst aber nur die US-Sparte der New Yorker Verlagsgruppe abdecken soll.
Damit ist es nun auch möglich, Bücher von Randomhouse auf der amerikanischen Version von Google Book Search nach Stichworten zu durchsuchen, auch wenn diese aktuell und noch vom Urheberrecht geschützt sind. Die Ergebnisse der Suche enthalten nicht den kompletten Volltext, sondern lediglich die umgebenden Seiten des gesuchten Begriffs.
Einigung mit Verlagen und Autoren
Zudem wurde bekannt, dass sich Google nun auch mit weiteren amerikanischen Autoren und Verlagen geeinigt habe. Die US-Autorenvereinigung Author´s Guild und der Verlegerverband Association of American Publishers (AAP) haben nach einem knapp dreijährigen Rechtsstreit doch noch zu einer Einigung mit Google gefunden. Die Verbände hatten 2005 eine Sammelklage eingereicht, da Google eingescannte Bücher nur dann nicht im Internet zu seiner Online-Buchsuche hinzufügte, wenn der Rechte-Inhaber dies ausdrücklich untersagt hatte.
Jetzt hat Google sich quasi freigekauft. Das Unternehmen verpflichtete sich 125 Millionen US-Dollar an Autoren und Verlage zu bezahlen, um unter Anderem die „bestehenden Forderungen“ zu begleichen. Der Zugriff auf nicht mehr lieferbare Bücher, die indes noch dem Urheberrecht unterliegen sollen weiter ausgebaut werden und des weiteren eine Option auf direkten Online-Kauf aktueller Bücher erweitert werden. Mit einer Art Lizenzen sollen so nach der Suche nicht mehr nur eine 20 prozentige Vorschau, sondern der komplette Text einsehbar sein. Somit könne von „jedem internetfähigen Computer in der USA“ das jeweilige Buch gelesen werden, heißt von Google. Im Gegenzug beteilige man sich d an der Vergütung von Verlagen und Autoren.
libreka! als Marktführendes Alternativmodell
In Deutschland wird der Ausbau von Google Book Search mit Gelassenheit betrachtet. Roland Schild, Zuständiger für die Internetplattform libreka!, ein Alternativmodell des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels meinte im Interview mit Deutschlandradio Kultur noch keine Konkurrenz für den deutschen Markt erkennen zu können. Die hiesige Version von Book Search beschränke sich bislang vor allem „auf den historischen Bereich, das heißt im Bereich der rechtefreien Bücher, die bei Bibliotheken gescannt werden.“
Für liefer- und verkaufbare Bücher sieht sich libreka! jedoch als Marktführer. Dies liege vor allem daran, dass die Plattform direkt mit den Verlagen zusammenarbeite und die Texte in digitaler Form eingespeist werden. Schild zufolge biete dies auch einen qualitativen Vorteil gegenüber den gescannten Angeboten wie Googles Book Search. Ob libreka! diese Position noch innehalten kann, wenn Google beginnen sollte seine deutsche Version auszubauen, wird sich jedoch zeigen müssen.
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