
Bild: pixelio.de
Die Bibliothek von Lyon ist mit ihren insgesamt 1.350.000 Büchern die zweitgrößte Bibliothek Frankreichs und nun die erste des Landes, die sich dem Google-Bibliotheksprojekt Book Search anschließt. Rund eine halbe Million Titel, die nicht mehr urheberrechtlich geschützt sind, werden demnächst gescannt online verfügbar sein. Bisher haben sich international bereits 29 weitere Bibliotheken dem Projekt angeschlossen. Darunter finden sich renommierte Universitäten wie Harvard, Oxford oder Princeton.
Das Ziel des ehrgeizigen Projektes ist es „die Bücher der Welt den Menschen näher zu bringen“, meint Philippe Colombet, Partnership Manager von Google in Frankreich. Der Bestand aus Lyon bereichere den mehrsprachigen Index, so Colombet.
Die einzig bedeutende Konkurrenz auf dem Markt um gescannte Bücher hat Google bereits zum Aufgeben gebracht. Ein ähnliches Projekt von Microsoft wurde vor einigen Monaten abgebrochen, da der Bestand von 750.000 gescannten im Vergleich zum bereits bestehenden Google-Sortiment zu gering erschien. Die Qualität der Google-Scanns sei jedoch teils nur ungenügend und die Texterkennung oftmals ungenau, meint beispielsweise Lofti Belkhir, Mitarbeiter von Internet Archive, einem Unternehmen das ähnlich wie Google Bücher digital archiviert.
Die Tatsache, dass Googles Book Serach in nicht allzu ferner Zukunft das gesamte Wissen aus Büchern der Welt online zur Verfügung stellen will, ist jedoch nicht unumstritten.
Kritiker sehen in dem groß angelegten Projekt eine Monopolstellung des Unternehmens auf das Weltwissen. Siva Vaidhyanathan, Historiker an der University of Virginia und Autor des Blogs „The Googlization of Everything“ äußerte sich im Internet über das aus seiner Sicht größte Problem, die Monopolisierung. „Wollen wir wirklich, dass diese eine Firma die Position inne hat, den Filter für die Informationen der gesamten Welt zu spielen?“
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