
Bild: pixelio.de
Die neue Plattform KNOL, deren Name vom englischen Wissensbegriff knowledge abgeleitet ist, wirkt nur auf den ersten Blick wie eine Wikipedia-Neuauflage. m Unterschied zu Wikipedia werden die Autoren der Artikel namentlich genannt. Damit will man bei Google eine höhere Qualität und bessere Akzeptanz der Leser erreichen. Nebenbei könnte so auch der Zugang zur Wissenschaft gelingen, weil bei wissenschaftlichen Zitaten eine Autorennennung erforderlich ist.
So kann jeder Autor werden, wenn er einen KNOL anlegt. Wie auch bei Wikipedia gilt bei der Themenwahl das reine Interessensprinzip, doch das KNOL räumt den Autoren mehr Rechte ein. Die verfassten Artikel werden nach dem Einstellen der Community zur Diskussion bereitgestellt, die Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge äußern kann. Dem Autor, der die alleinigen Rechte an dem Text erhält, ist es freigestellt diese anzunehmen. Um die unrechtmäßige Verwendung der KNOL Texte zu verhindern können die Autoren ihre Beiträge zudem unter Copyright- oder Creative Commons-Lizenzen veröffentlichen.
Im Gegensatz zu Wikipedia hat Google bei KNOL jedoch einen wirtschaftlichen Zusatz eingebaut. Autoren können unter bestimmten Voraussetzungen an den von Google positionierten Anzeigen beteiligt werden, wenn sie diese neben oder in ihren Beiträgen zulassen. Klickt ein Leser auf ein solches Adsense, werde der Autor beteiligt, heißt es. Über die Höhe der Beteiligung ist noch nichts bekannt.
Enzyklopädie oder Blogarchiv
Googles Produktmanager für das KNOL, Cedric Dupont, bestreitet Agenturmeldungen zufolge die Spekulationen, die Beiträge der neuen Wissensplattform würden eine besondere Position im Googleschen Algorithmus erhalten. Aber, so Dupont, es könne durch aus erfolgen, dass äußerst positiv bewertete Artikel in der Suche weiter nach oben kommen.
Wikipedia-Gründer Jimmy Wales reagierte gelassen auf den Start des KNOL, das vorerst nur in der englischen Version verfügbar ist. Auf Grund der Tatsache, dass bei Googles Wissensplattform mehrere Beiträge zu einem Thema möglich sein werden, habe dies eher den Anschein eines Blogarchives ohne enzyklopädischen Charakter, so Wales.
Wie lange es dauert, bis Googles KNOL dem im Onlineverhalten der Nutzer verankerten Wikipedia ernsthaft Konkurrenz machen kann, wird sich zeigen. Bislang steht die Anzahl der KNOL Beiträge aber noch in keinem Verhältnis zur starken internationalen Konkurrenz von Wikipedia.
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