
Bild: pixlelio.de
Der Schritt zum reinen Hörbuch-Downloadportal war Audiamo-Geschäftsführer Günter Rubik zufolge ein „logischer Schritt“. Die Generation iPod, auf die das Portal ausgerichtet ist, importiere die Daten von CDs mittlerweile zum Großteil auf ihre Mp3-Player. Somit scheint der Schritt von Audiamo die Evolution der Hörliteratur auf die nächste Ebene gebracht zu haben. Auch das Hörbuch wird jetzt zu jeder Tages- und Nachtzeit zu erwerben sein, wobei lange Lieferzeiten ausgeschlossen sind.
Im Musikbereich haben sich derartige Downloadportale bereits zu umsatzträchtigen Marktplätzen etabliert. Doch der Sektor von illegalem Hörgenuss, sei es Musik oder Audioliteratur, blüht noch immer im Netz. Versuche der Musikindustrie, den unrechtmäßigen Austausch von Audiodateien einzudämmen sind bislang noch nicht in breitem Maße erfolgreich gewesen. Die Versuchung, ohne Begrenzung Dateien aus dem Netz zu ziehen, scheint für einen Großteil der Nutzer, trotz Illegalität, noch äußerst attraktiv.
Musikflatrate lässt in England nicht mehr lange auf sich warten
Der Versuch dem Illegalen Download mit einem festen Abonnementpreis einer Musikflatrate entgegenzutreten, scheiterte bisher entweder an fehlenden Musikangeboten oder Internetservice Dienstleistern. In England dürfte es aber unter Umständen bald das erste Angebot dieser Art geben. Nach bislang zwei gescheiterten Versuchen (2003 und 2005) scheint für den britischen Musikdienstleister Playlouder das Vorhaben einer Musik-Flatrate nun realisierbar zu werden. Dem Fachdienst paidContent: UK zufolge soll der Dienstleister einen Breitbandanbieter aufgetan haben, der ein solches Modell mittels Lizenzierungsdienst eines großen Labels verwirklichen will. Bei dem Provider soll es sich um den Musikriesen Virgin handeln.
Die geplante Flatrate soll monatlich rund fünf britische Pfund, demnach knapp über sechs Euro kosten. Dafür sollen die Nutzer auf den Bestand von EMI, Sony BMG und mehreren Indie-Labels zugreifen können, schreibt paidContent: UK. Für Endkunden äußert komfortabel und preislich akzeptabel könnten Sie jedoch einen indirekt hohen Preis dafür bezahlen: Bei der in dieser Form geplanten Musik-Flatrate ist die so genannte „Deep-Packet“ Inspektion (DPI) bislang äußerst umstritten. Britische und US-amerikanische Internetprovider wollen damit die Klickabfolge ihrer Kunden auswerten um anschließend personalisierte Werbung zuschicken zu können.
Die von Branchenkommentatoren als „vollständige Ausleuchtung“ bezeichnete DPI treibt derzeit nicht nur Bürgerrechtler wegen der Verletzung der Privatsphäre auf die Barrikaden, sondern auch Rechtsexperten und Netzanbieter. Die Diskussion über Verwendung der DPI scheint bis auf weiteres noch nicht abgeschlossen zu sein. Ist die Musikflatrate jedoch erst einmal angelaufen, erscheint die nächste Stufe nur noch als eine Frage der Zeit: die Hörbuch-Flatrate.
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