
Die Vorteile der elektronischen Lesegeräte wie Kindle, Sony Reader und iRex sind schnell aufgezählt: Sie speichern viele Bücher, sind mehr oder weniger leicht und durch die neuartigen Displays ist das Lesen auf ihnen nicht unangenehm. Damit sind alle Vorzüge der digitalen Lesegeräte genannt. Zudem haben alle auf der Buchmesse vorgestellten Geräte verschiedene technische Mängel: Das eine hat Probleme mit PDF Dateien, das andere hat zu wenig Speicherplatz und generell liegen die Preise für die Geräte noch viel zu hoch. Der iRex kostet beispielsweise rund 600 Euro – ein Betrag für den bereits rund 30 Hardcover Bücher ins heimische Bücherregal wandern können.
Die Vorteile sind schnell aufgezählt
Das vielgelobte Display der elektronischen Lesegeräte, das deren Siegeszug ausmachen soll, ist anders als andere Bildschirme nicht von hinten beleuchtet und kommt somit nahe an bedrucktes Papier heran. Eine technische Annährung an Papier, die nur von einem übertroffen wird: bedrucktem Papier.
Dasselbe gilt für das Look and Feel der Geräte. Die Hersteller sind sichtlich bemüht, die Haptik des Blätterns zu digitalisieren – mit Erfolg. Aber umklicken ist eben nicht umblättern und so verharren die Lesegeräte in einer seltsamen Nachahmung des gedruckten Buchs, das duftend, angenehm und verheißungsvoll in der Hand liegt. Ach ja: Auch ohne Strom lässt sich in einem Buch noch lesen ohne verzweifelt die nächste Steckdose suchen zu müssen.
Hurra – die Digitalisierung ist da
Warum zeigt sich dann die Bücherwelt so beeindruckt von den Plastikgesellen? Noch vor knapp einem halben Jahr auf der Leipziger Buchmesse fristeten die elektronischen Lesehilfen ein Nischendasein. A propos Lesehilfen: Mehr sind und wollen Ebook-Lesegeräte nicht sein. Denn klar ist, die so gehypten Mini-Lesecomputer sind inhaltsleere Speichermedien mit Display.
Darin besteht auch der Hauptunterschied zum Buch, das nicht aufgeladen, bespielt, verbunden oder angeschaltet werden muss. Für vergnügte Lesestunden reicht es, den Geist zu aktivieren und der Vorstellungskraft einen Raum abseits des Alltags, der ohnehin voller PC-Gesumme ist, zu schaffen.
Bücher sind die Katharsis eines technisierten von Emails, Browser und Technik-Jargon bestimmten Berufslebens. Ein Medium, das angesichts von Datenautobahn, Mobiltelefon und ständiger Erreichbarkeit veraltet anmutet, aber eines, das Gedanken und Ideen anstößt und sich nicht in Bedienungsanleitungen und Akkulaufzeiten erschöpft.
Sicher, Ebook-Lesegeräte haben ihre Berechtigung, beispielsweise für professionelle Vielleser, die nicht tagtäglich am Rechner lesen wollen oder können. Darüber hinaus sind Kindle, Sony Reader und Co. aber auch Geräte, die zusätzlich zum Handy, Notebook und PDA mitgenommen werden wollen.
In einer technikdurchdrungenen Westentasche wird das gänzlich plastikfreie Buch immer eine Sonderrolle einnehmen. Allein das Blättern und der Geruch der Seiten in einer technik-sterilen Umgebung wirken schon inspirierend. Und Ideen sind der Stoff, der nicht nur Menschen, sondern auch Kultur voranbringt.
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