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Kategorie: Bücher im Netz
16:04 Uhr Freitag, 21. November 2008

Von: AM

Ebooks in der Buchhandlung

Ein österreichissches Start-Up Unternehmen will den Buchhandel für den Verkauf von digitalen Büchern begeistern. Das notwendige Lesegerät soll gleich mit im Regal liegen.

mem-film.de/photocase.de

Buchhändler kennen den literarischen Geschmack ihrer Kunden wie wohl nicht mal sie selbst. Warum also elektronische Bücher nicht mit kompetenter Beratung und persönlichem Gespräch in der Buchhandlung um die Ecke verkaufen statt, im anonymen Internet? Das junge Wiener Unternehmen Hixbooks will genau das verwirklichen. Ebooks sollen direkt beim Händler via Speicherstick auf das Ebook Lesegerät geladen werden. Kunden ohne Lesegerät sollen den entsprechenden Reader – aktuell das Cybook des französischen Herstellers Bookeen oder den iLead von iRex – gleich in der Buchhandlung kaufen oder leasen können. Zur Höhe der Leasinggebühren macht die Homepage des österreichischen Start-Ups noch keine Angaben.

 

Dafür sollen Buchhändler „an jedem verkauften Ebook mitverdienen, unabhängig davon, wo der Kunde tatsächlich kauft“. Dafür ist eine „geringe monatliche Gebühr“ zu entrichten. Zudem sollten  die Reader in „der Buchhandlung vorrätig liegen“. Außer in der Buchhandlung können über die Webpräsenz des Unternehmens direkt elektronische Bücher gekauft werden.

 

 

Digitales Wasserzeichen statt Rechte-Management

 

Die elektronischen Bücher sollen nach Unternehmensangeben mit einem digitalen Wasserzeichen ausgestattet werden, um Urheberrechtsverletzungen zu vermeiden. Zudem sollen die Ebooks bis zur Hälfte weniger als ein entsprechendes Hardcover kosten. Fraglich, ob sich Buchhändler angesichts dessen für den Verkauf von elektronischen Büchern begeistern können.

 

Verlage können gegen ein „Serviceentgelt“ aus vier verschiedenen Angebotspaketen auswählen. Zudem wird für jeden Titel, der vom Verlag direkt selbst ins System eingestellt werden soll, eine Einschreibegebühr fällig.

 

Ob sich das Modell der Wiener-Ebuchhändler am Markt durchsetzen kann bleibt abzuwarten. Zum einen, weil sich bereits ähnliche Modelle von Online-Buchhändlern nicht durchsetzen konnten, die eine Abholung des bestellten Buchs in einer Buchhandlung möglich machten. Zum anderen, weil noch unklar ist, wie viel vom Ebook-Hype tatsächlich kurzfristig bei Buchfreunden und Buchhändlern ankommt. Zudem dürften viele Verlage noch nicht über entsprechende Rechte für die digitale Veröffentlichung von Werken – zum Beispiel aus der Backlist – verfügen.

 

Auch in Deutschland dürfte das Modell in seiner jetzigen Form auf Schwierigkeiten stoßen. Nicht zuletzt, weil der Börsenverein des deutschen Buchhandels seit Monaten um eine mögliche Buchpreisbindung und deren Ausgestaltung bei digitalen Titeln ringt.









 


 


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