
Bild: Pixelio.de
Die Seiten der wohl größten deutschen Online-Buchcommunity buechereule.de erstrahlen in Orange. Gleichwohl ist klar: Das geschriebene Wort, Geschichten und Bücher stehen hier im Vordergrund der Diskussion. Anders als bei anderen Internetseiten blinkt und wackelt hier keine Animation oder Werbeeinblendungen. Dennoch passen die Eulen, wie sich die Forumsteilnehmer selbst nennen, ins Bild von zukünftigen Ebook-Lesegeräten Nutzern. Sie lesen gerne und viel und benutzen das Internet ohne Berührungsängste. Im Forum schreiben sie selbst Rezension und tauschen sich rege über Angebote rund ums Buch aus – sowohl online als auch offline.
Nach dem Rummel um die Geräte auf der Frankfurter Buchmesse ist es mittlerweile seltsam still geworden um Ebook-Lesegeräte. Selbst die neue Generation des in den USA angeblich so erfolgreichen Kindles fand kaum mediale Resonanz. Ist die Ebook-Blase also klammheimlich in sich zusammengeklappt? Um das herauszufinden loggten wir NEWBOOK Redakteure uns eine Woche in Sachen Ebook ein und diskutierten mit.
Kritische Fragen überwiegen
Zu Beginn der Diskussion überwogen kritische Töne. So schreibt Abendstern28w, dass es bisher nichts gegeben habe, was sie am Thema reizen würden. Dem schließt sich Nutzerin JaneDoe an: „Zur Zeit habe ich keine Verwendung dafür.“ Trotzdem solle man auch niemals nie sagen.
Im weiteren Verlauf wird vor allem eines deutlich: Die Eulen wollen sachliche Informationen rund ums digitale Lesen, sprich, wie sieht das aktuelle Angebot an Ebooks aus, wie viel kosten digitale Ausgaben und wie viel die Lesegeräte. Auch Einsatzmöglichkeiten der Geräte spielen eine große Rolle. Kann man damit am Strand lesen oder lieber nicht (lieber nicht) und wie gelangen die Buchdateien auf das Lesegerät (übers Internet und dann via USB-Anschluss oder andere Speichermedien).
Wem nutzt das Ebook
Aktuell sind Ebooks vor allem für professionelle Vielleser von Fachliteratur interessant, also potentiell auch für Schüler. Aber wie müsste ein solches Modell aussehen? Verschiedene Ansätze, wie digitale Schulbücher in den Rucksack wandern können (Leasing Modelle, subventionierter Kauf) und ihre Vorteile (keine schweren Bücher, Kostenreduktion für Schulen) stoßen in der Community durchaus auf Anklang.
Das zeigt aber auch, dass der Ebook Markt derzeit von den Diskutanten vor allem für Fach- und Schulbücher geeignet scheint. Romane, Krimis und andere Bücher legen die Eulen lieber auf ihren Lesetisch oder den viel zitierten „Stapel ungelesener Bücher“ (SUB).
Trotz der skeptischen Haltung vieler Diskussionsteilnehmer überwog zum Ende hin eine skeptisch-offene Haltung. Bücher und elektronische Formate stehen sich nicht als Gegensätze gegenüber. Für die Belletristik heißt das vor allem Angebote, die preiswert im Netz zu erstehen sind- Für Hersteller digitaler Lesegeräte preisgünstige Reader anzubieten. Denn aktuell bekommt man zum Preis eines Readers rund 15 Hardcover für den Stapel ungelesener Bücher. Den ziehen viele Eulen dem unpersönlichen Ordner auf dem Lesegerät momentan noch vor.
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