
Bild: Pixelio.de
Ganz aufgeregt war die Frankfurter Buchmesse im vergangenen Jahr. Der Grund: Ebooks. In den vereinigten Staaten befand sich der Kindle von Amazon auf Erfolgszug und zusammen mit Sony kündigten auch die Branchenriesen Thalia und Libri an, digitale Buchformate in Deutschland verstärkt an die interessierte Leserschaft bringen zu wollen.
Zur Leipziger Buchmesse war der Wirbel um die elektronischen Lesegeräte jedoch weitgehend verstummt. Obwohl Sony in der Messestadt seinen Reader präsentierte und Firmen wie txtr und Plastic Logic immer bessere und komfortablerer Lesegeräte ankündigten. Das elektronische Lesen scheint nicht mehr als eine aufgekratzte Blase in einer von Digitalisierungsängsten geplagten Branche zu sein.
Doch nicht: Lesegeräte statt Print
Vor diesem Hintergrund ist es kaum verwunderlich, dass auch die Ankündigung von Amazon, über einen überdimensionierten Kindle Zeitungen ansprechend darzustellen, ziemlich verpuffte. Lediglich einige Branchendienste berichteten über die Nachricht aus Übersee. Trotz aller technischer Innovation kann ein Ebook-Lesegerät lediglich ein Buch simulieren, aber keines sein. Ein Unterschied, den die meisten Lesebegeisterten offenbar höher einschätzen als die Branche selbst geglaubt hat.
Unterdessen schleicht sich leise ein Trend ein, der die Digitalisierung von gedruckten Inhalten, ob Buch oder Zeitung, wirklich revolutionieren könnte: Smartphones wie das iPhone von Apple oder das G1 von Google oder kleine Netbooks. Diese Geräte verbinden mobil die Vorzüge von Notebook und Mobiltelefon und können zudem flexibel Inhalte der unterschiedlichsten Dateiformate anzeigen. Ein Vorteil gegenüber den Ebook-Lesegeräten, deren Hersteller derzeit noch im üblichen Format-Hickhack verharren.
Schon haben erste, zumeist kleinere Verlage, dieses Potential erkannt und stricken wie beispielsweise Onkel & Onkel an flexiblen Lösungen für Smartphone, Netbook und Co.. Der Vorteil dieser Geräte besteht zudem in der ständigen Verbindung zum Internet: Ob Buch oder Zeitung, Inhalte sind stets verfügbar, vernetzt und können mit einem Klick gekauft werden.
Im Internet mit eInk
Bis die kleinen mobilen Geräte neben Internet wie Ebook-Reader auch über farbige Displays mit elektronischer Tinte verfügen werden ist eine Frage der Zeit. Der japanische Hersteller Fujitsu stellte vor einigen Monaten schon eine derartige Technologie vor.
Was fehlt sind neuartige Geschäfts- und Vertriebsmodelle von Verlagen, die den sich veränderten Mediennutzungsgewohnheiten Rechnung tragen. Bis dahin jedoch wird das Ebook und E-Book Reader die Branche kaum retten – zu nah ist dessen Konzept am Gedruckten ohne es für die meisten Leser wirklich gleichwertig zu ersetzen.
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