
Bild: pixelio.de
Der Börsenverein des deutschen Buchhandels zählt insgesamt rund 6.000 Mitglieder. Verlage, Buchhandlungen, Zwischenbuchhandel und Verlagsvertreter. Der Suchmaschinenriese Google indes ist nicht dabei. Dabei kündigte das Unternehmen erst diese Woche auf der BookExpo in New York an, schon Ende 2009 in den Ebook Markt einsteigen zu wollen. Über die Google Handy Software Android ist heute schon ein mobiler Zugriff auf GoogleBooks möglich – das in der deutschen Verlagswelt umstrittene Digitalisierungsprojekt des Suchmaschinenbetreibers.
Aus Alt mach Neu
Die Möglichkeiten und Risiken des Internet beschäftigen die Verlagsbranche seit rund zwei Jahren. Mal sollen Angebote wie libreka! die Buchbranche im Internet unter ein Dach bringen, mal will sich der Börsenverein für ein „gerechteres Internet einsetzen“.
Sicher ist, dass die rund 1.800 Verlage und 4.066 Buchhandlungen sich auf verschärfte Konkurrenz einstellen müssen – ob mit oder ohne Ebook Lesegeräte, die obwohl seit Jahren verfügbar bis jetzt auf dem deutschen Markt dem Hype zum Trotz kaum Fuß fassen konnten. Start-Up Unternehmen wie textunes oder readbox stehen bereit, den sich entwickelnden digitalen Markt für die Lesefreunde der Generation@ mit Büchern in elektronischer Form zu beliefern: Sei es für mobile Geräte wie das iPhone, kleine Subnotebooks oder digitale Lesegeräte.
Kein Hardcover im WWW
Während der Börsenverein über Sinn und Höhe der Buchpreisbindung für elektronische Publikationen diskutiert, entstehen neue Buchformen und literarische Formate im Internet: Vücher, die Video, Audio und Text neu kombinieren oder Plattformen wie das Berliner Projekt landvermesser.tv, die Autoren im Web lebendig werden lassen, um nur einige zu nennen.
Der Löwenanteil der Bücher wird derzeit noch im Buchhandel verkauft, wie die Statistik des Börsenvereins zeigt. Dennoch konnten gerade Online-Versandbuchhändler in den letzten Jahren das größte Wachstum erzielen – weil Sie andere Zielgruppen bedienen und weil die Nutzung des Internet in den letzten Jahren alltäglich geworden ist. Zusätzlich zeigen aktuelle Studien, dass Online-Nutzer großen Wert auf Leseproben und Audioschnipsel von Büchern und Hörproben legen. Trend oder digitaler Hype?
Die Erfahrungen der Musikindustrie mit dem Netz zeigen in jedem Fall, dass sich ein offener Umgang mit den sich entwickelnden digitalen Märkten auszahlt. Im Wettbewerb um die besten Positionen im digitalen Buchgeschäft könnte zuviel Protektionismus eher schaden.
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