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Kategorie: Bücher im Netz, Tipp
17:03 Uhr Freitag, 28. März 2008

Von: SB

Digitale Postmoderne

Der britische Verlag Penguin hat vergangenes Jahr versucht, die Möglichkeiten des Internet für kollektive literarische Arbeiten zu nutzen. Dabei entstand der erste Wikiroman namens „A Million Penguins“.

pixelio.de

Das Prinzip erinnert an den Zeitvertreib auf Gruppenfahrten: Jemand fängt an, eine Geschichte zu schreiben und gibt seinen Part an den Nachbarn weiter. Der führt die Geschichte fort und reicht sie wiederum an den Nebenmann.

 

Im vergangenen Jahr wurde diese Idee von den Verlegern von Penguin auf das Internet übertragen: Sie haben eine Homepage eingerichtet, darauf die kostenlose Wiki-Software installiert und ihre User eigenständig und vor allem kollektiv einen Roman schreiben lassen. Die Geschichte konnte demnach von jedem Benutzer weitergeführt oder verändert werden.

 

Mittlerweile wurde dieser erste Wiki-Roman fertig gestellt und die Skeptiker des Projektes sind dank des Erfolges der Seite widerlegt worden. Die Frage, ob sich unterschiedliche Autoren, egal welchen Niveaus, zusammen schließen können und gemeinsam eine Geschichte erarbeiten, ohne dabei ihre persönliche Note einfließen lassen zu müssen, ist auf „A Million Penguins“ geglückt. Der Roman, eingeteilt in insgesamt sieben Sektionen mit unterschiedlich langen Handlungsabschnitten, ist jetzt vollständig auf der Seite zu lesen.

 

Allerdings ist das Projekt, trotz des außergewöhnlichen Erfolges, noch nicht als Buch veröffentlicht worden. Die Gründe hierfür blieben auch für die Redaktion bislang nicht geklärt.

 

Selber schreiben

 

Die Idee ist so genial, wie einfach. Es muss lediglich eine Domain gesichert und angelegt werden. Im Anschluss daran kann man sich die frei zugängliche Wiki-Software auf der Seite einrichten und mit genügend Besuchern anfangen, einen neuen Kollektivroman zu schreiben. Die Handlung ergibt sich mit dem Schreiben, ganz nach dem postmodernen Ansatz „anything goes“. Die literarische Postmoderne ist also in der aktuellen Realität angekommen.

 

Bisher ist es der Redaktion von NEWBOOK nicht gelungen, Informationen über eine etwaige Veröffentlichung des Gesamtwerkes, zu erhalten. Es bleibt daher fraglich, weshalb Penguin nach dem Erfolg des Wiki-Roman das Endergebnis nicht als Buch veröffentlichte.









 


 


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