
Bild: pixelio.de
Der Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels (MVB) will mithalten, im Kampf um die Kunden der virtuellen Bücher. Daher hat man sich zusammen mit der Branchenplattform libreka! einen neuen Schlachtplan zu Recht gelegt: Ab dem 12. März, dem Tag des offiziellen Verkaufsstarts von Sonys lang ersehntem Ebook-Reader Modell, soll es für Buchhändler möglich sein zwei digitale Lesegeräte über den Webshop des MVB namens livendo.de, zu beziehen.
Rabatte für Händler
Laut MVB Geschäftsführer Ronald Schild können über die Seite livendo.de, die mit der Branchenplattform libreka! zusammenarbeitet, sowohl das Cybook des französischen Herstellers Bookeen für 208 Euro, sowie der iLiad, ein Produkt der Phillips-Tochter iRex, für 499 Euro bestellt werden. Für den Handel seien hierbei jedoch noch Rabatte von 10 Prozent zu beachten, heißt es auf boersenblatt.net.
NEWBOOK hatte diese Geräte bereits auf der Frankfurter Buchmesse 2008 auf dem zusammen mit der Messe selbst organisierten Gemeinschaftsstand Books & Bytes der Öffentlichkeit präsentiert. Die beiden Exemplare waren bereits lange vor dem angekündigten Start von Sony und Co. in Deutschland zu beziehen, jedoch damals noch ohne gesteigertes Brancheninteresse.
Mit der äußerst kurzfristig anmutenden Aktion will man laut MVB Geschäftsführer Schild den Händlern die Möglichkeit geben, vor Ort digitale Lesegeräte zu vertreiben. Die entsprechenden Ebooks sollen dann freilich gleich von der hauseigenen Buchplattform libreka! gekauft werden. Dazu hat die MVB eigens auf der Branchenplattform eine weitere Liste angelegt, in die sich Buchhändler, die ab dem 12. März diese Geräte anbieten, eintragen können. Bürokratie scheint auf libreka! ein Trend zu werden, da bereits Ende Februar mit einer Anmeldung auf libreka! geworben worden war, durch die Buchhändler von ihren Kunden beim Ebook-Download als Verkäufer genannt werden können. Die Praxisorientierung ist dabei jedoch umstritten.
Nichts Neues von der Branche
Die Idee, die MVB und libreka! hier versuchen ähnelt jedoch sehr dem Geschäftsmodells des österreichischen Unternehmen hixbooks.at. Nicht nur, dass diese mit ihrer HixLibrary eine Ebookplattform geschaffen haben, auf der digitale Bücher verschiedenster Verlage herunter geladen werden können. Auch sie vertreiben sowohl das Cybook als auch den iLiad. Da verwundert es nicht, dass sich auch die von dem Unternehmen an die Buchhändler empfohlenen Verkaufspreise äußerst ähnlich sind: laut Katrin Steininger von hixbooks.at werden den Händlern Preise von 279 Euro für das Cybook sowie 509 Euro für den iLiad vorgeschlagen.
Bekannte Modelle werden sich aber in der drohenden Schlacht um die Gunst der Ebook-Leser wohl nur schwer behaupten können. Innovativ ist dahingegen das Startup txtr.com aus Berlin. Das Unternehmen hat neben einer freien Textplattform, auf der in Zukunft auf Verlage Ebooks einstellen und vertreiben können sollen, auch ein eigenes Lesegerät entwickelt.
Der vor Kurzem präsentierte Prototyp soll im Herbst auf den Markt kommen. Ausgestattet mit Touchpad, Bewegungssensor sowie einem geplanten Flatrate bzw. Prepaid Modell könnte das Berliner Startup mit seiner Markteinführung eine ernstzunehmende Konkurrenz für Amazon, Sony und auch libreka! darstellen. Bis dahin bleibt den anderen Branchenteilnehmern aber noch Zeit, sich mit der neuen Situation auf dem Buchmarkt anzufreunden.
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