Die Ankündigungen versprachen nicht weniger als eine journalistische Revolution. Nachrichten in Kombination mit Web2.0 Elementen, das wollte Holtzbrinkck unter dem Projektnamen Humboldt verwirklichen.
Die Verbindung von fundiertem Journalismus und interaktiver Benutzer-Beteiligung, das ist der Anspruch den Humboldt an sich selbst stellt. Nun ist das Nachrichtenportal 2.0 unter dem Namen zoomer online.
User-Generated Newsdesk
Die knapp 40köpfige Zoomer Redaktion, die auch das Online-Angebot des Tagesspiegels betreut, stellt ihre Artikel der Gewichtung der Benutzer anheim. Die klassische Gatekeeper Funktion, das Beurteilen und Auswählen von Nachrichten auf dem Newsdesk wird bei Zoomer an die Benutzer abgegeben. Sie bestimmen die TopThemen durch ein einfaches Ranking Verfahren.
Außerdem können registrierte User Videos hochladen und Artikel kommentieren. Ganz community-affin will die Redaktion auch Themen aus den Userdiskussionen aufgreifen und so Web2.0 und journalistische Elemente verschränken.
Qualität im Netz als User-Ranking
Zoomer hat wohl zum Ziel, die vor allem von Journalisten in der Vergangenheit vielkritisierte inhaltliche Beliebigkeit des Mitmach-Webs mit der Kombination von Journalismus und Nutzer Einfluss zu entschärfen.
Dabei wird weder der Online-Journalismus noch der Community Gedanke eingeschränkt. Es scheint fast so als klebe Humboldt an klassischen journalistischen Strukturen, in denen dem User die Rolle des Chefredakteurs zukommt. Keine Revolution, keine Humboldtsche Neuentdeckung journalistischer Methoden, aber vielleicht braucht es das auch nicht, wenn jeder sein eigener Nachrichtenchef sein darf.
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