
Herr Scharfe, was unterscheidet daheim lesen denn von Volkslesen?
Daheim liest man Bücher. Bei VolksLesen lesen Menschen kurze Ausschnitte aus Büchern vor, die ihnen nah sind. Die haben sie daheim oder anderswo gelesen und sagen: „Das Buch hat mir gefallen. Euch vielleicht auch.“
Wird dadurch Literatur nicht zum schnellen Snack zwischendurch für Augen und Ohren?
Nein. Weil auf VolksLesen.tv aus den Büchern vorgelesen wird, die kein schneller Snack für zwischendurch waren.
Passt das zur Literaturszene im Land der Dichter und Denker?
Das passt sehr gut. Das Land der Dichter und Denker besteht eben nicht nur aus den Dichtern und Denkern, sondern auch aus deren Lesern. Die lesen bei VolksLesen vor.
Welche Rolle spielen Verlage für VolksLesen.tv?
Noch keine.
Wie wird das Internet Ihrer Meinung nach die Lesegewohnheiten verändern?
Lesen ist ein Wert an sich. Bücher schreiben auch. Beides ist vom Internet unabhängig. Ich glaube nicht, dass Lesen und Internet miteinander konkurrieren. Sie können sich ergänzen.
Wie geht es weiter mit VolksLesen.tv? Eine eigene Fernsehsendung?
VolksLesen.tv ist eine eigene Fernsehsendung. Klassisches Bildungsfernsehen mit Zuschauerbeteiligung. Aber eben im Internet.
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