
Bild: pixelio.de
Das neue Projekt des georgisch-russischen Schriftstellers Grigori Tschchartischwili, der unter dem Pseudonym Boris Akunin seit 1998 in Russland mehr als 15 Millionen Bücher verkauft hat, trägt den mystischen Namen „Kvest“. Die dem Autor zufolge neuartige Verbindung von „Abenteuergeschichten und Computerspielen“ wurde bereits auf der internationalen Buchmesse in Moskau vorgestellt.
Akunin setzt bei „Kvest“ nicht nur mehr auf reine Unterhaltung, sondern will den Leser oder Spieler zum Grübeln bringen. Zudem will er Schriftstellern damit die „kolosaalen Möglichkeiten“ offenbaren, mit denen man komplett neue Geschichten entwickeln könne, die nicht nur zum Lesen, sondern auch zum Spielen und Hören anregen würden.
Über die Handlung ist lediglich bekannt, dass sie in einem sowjetischen Forschungslabor der dreißiger Jahre spielt. Dort müsse der Leser zusammen mit einem amerikanischen Wissenschaftler „ein Geheimnis der Menschheit“ lösen, heißt es. Der Clou an „Kvest“ ist allerdings, dass es zwei bislang getrennte Genres zu verbinden versucht: Computerspiele und Bücher.
„Kvest“ vorerst nur in Russland
In der Buchversion von „Kvest“ soll der Leser Aussagen von Akunins Mitarbeitern zufolge, ein geheimes Kapitel aufspüren können, mit dem der Verlauf der Geschichte verändert werden könne. Ab dem 15. September soll dann aber die Suche nach des Rätsels Lösung mit der interaktiven Version beginnen. Dabei sollen Bilder, ein Glossar und Musikstücke eingebunden sein, die das Lesen in ein Computerspiel verwandeln sollen. Nach jedem Kapitel soll der Leser, respektive Spieler, ein Rätsel lösen müssen, um in das folgende Kapitel zu gelangen.
Um die interaktive Version benutzen zu können, muss der geneigte Leser eine Startgebühr von rund 2 € bezahlen. Falls er die Rätsel am jeweiligen Kapitelende nicht lösen kann, hat er immer noch die Möglichkeit, sich den nächsten Abschnitt für weitere 90 Cent zu erkaufen. Damit stellt sich der Autor gegen die bisherige Tradition der kostenlosen Web2.0 Literatur. In Deutschland wird der Computerspielroman, sollte er überhaupt erscheinen, aber noch eine Weile auf sich warten lassen. Man wolle zunächst testen, wie das Format angenommen werde.
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