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Kategorie: Bücher im Netz, Portale
08:24 Uhr Dienstag, 10. Juni 2008

Von: SB

Brockhaus und die Konkurrenz

Dem Internet sind keine Grenzen gesetzt, und daher, so meint man, ist dort für jeden Platz. Das stimmt allerdings nur in gewisser Weise, denn nicht jeder kann sich in der Flut von Angeboten wirklich behaupten. So scheint auch der Wettlauf um die Vorreiterposition der Wissensplattformen bald wieder in Schwung zu kommen. Konkurrenten wie Brockhaus, Google und Encyclopaedia Britannica kündigen neue Strategien gegen den Marktriesen Wikipedia an. Für manche könnte es dabei aber eng werden.

Bild: pixelio.de

Im vergangenen Jahr hat der Brockhaus Verlag einen schweren Schlag verbüßen müssen: Die Umsatzerlöse sanken, wie das Handelsblatt.com berichtet, im Vergleich zu 2007 von 107 auf 93,3 Millionen Euro. Besonders schmerzlich ist die Tatsache, dass allein im Kerngeschäft der Lexika der Umsatz um 15 Millionen zurückgegangen war.

Doch man gibt sich kämpferisch: „Das laufende Jahr wird noch schwierig“, so der Konzernsprecher Klaus Holoch, „ aber dann werden wir wieder schwarze Zahlen schreiben“.

 

Helfen soll dabei die ursprünglich für  Mitte April angekündigte, kostenlose Wissensplattform. Doch der Starttermin des Lexikon-Portals steht immer noch nicht fest. Laut Unternehmensangaben  würden sich die Verzögerungen aus den Gesprächen mit möglichen Partnern  ergeben, heißt es. Doch der Plan stehe fest.

 

Encyclopaedia Britannica

 

Ein Konkurrent von Brockhaus, die Encyclopaedia Britannica, ist bereits seit 1999 online. Nach zwei Jahren änderte das Unternehmen allerdings seine Strategie und machte seinen bis dato frei zugänglichen Dienst kostenpflichtig. Allerdings sind die Gebühren von rund 6 Euro monatlich im Vergleich zu Printausgabe günstig.

 

Nun will das Unternehmen aber erneute Änderungen vornehmen. Dabei soll um das Nachschlagewerk im Netz eine Community aus Experten und Lesern aufgebaut werden, die ihr Wissen teilen und der Plattform zur Verfügung stellen. Laut einem Blogeintrag auf Britannicanet ist der Umbau der Seite bereits in vollem Gange und könnte bald der Öffentlichkeit präsentiert werden.

 

Die Nutzer können laut Vorhabinformationen auf der neuen Seite die Artikel bearbeiten, somit also verbessern, ergänzen oder redigieren. Dennoch werden diese Einträge anschließend geprüft und möglicherweise später in die folgende Druckversion übernommen. Eingetragene Nutzer bekommen einen Online-Editor zur Verfügung gestellt, in dem sie die Artikel schreiben und unter ihrem Namen veröffentlichen können. Angekündigt, aber noch nicht näher beschrieben, ist zudem ein Belohnungssystem für die Autoren, was einen zusätzlichen Anreiz für die effektive Nutzung der Plattform darstellen soll.

 

Google

 

Der Internetriese Google darf in dieser noch relativ kleinen Sparte der Wissensplattformen nicht fehlen, und hat bereits vergangenen Dezember Pläne für ein eigenes Portal vorgestellt. Ähnlich wie  bei der Version der  Encyclopaedia Britannica sollen auch auf der Google Seite die Namen der Autoren direkt bei den Artikeln zu finden sein, und dadurch mehr als bei Wikipedia die Nutzer als Experten im Vordergrund stehen. Wann die Google-Lexikon Version allerdings online gehen soll, ist noch nicht bekannt.

 

Im Kampf um die Spitzenposition im Wissenssektor muss sich Brockhaus also gegen zahlreiche Konkurrenz behaupten.









 


 


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