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Kategorie: Webkritik
17:42 Uhr Montag, 10. November 2008

Von: SB

Bewertung im Netz

Weniger ist mehr. Das kann bei manchem Onlineauftritt durchaus zutreffen. Ein automatisiertes Bewertungssystem versucht, Licht ins Dunkel der Onlinewelt zu bringen.

Bild: pixelio.de

Das Problem ist altbekannt: Die oft zitierte Vielfalt im Netz kann für den Onlinenutzer gelegentlich zur Plage werden. Was ist relevant, was interessiert mich wirklich? Aus der Not vieler wurde bereits eine Tugend gemacht, denn mittlerweile gibt es verschiedenste Bewertungsmöglichkeiten für Webseiten, eine davon ist www.seitwert.de. Hier können Webseiten aller Art durch knapp 40 verschiedene Quellen unabhängig bewertet werden. Beurteilt wird beispielsweise nach der Gewichtung bei Google, den Zugriffszahlen von Alexa oder der Beliebtheit bei den gängigen Social Bookmarking Diensten. Das System errechnet dadurch den so genannten Seitwert, der bei maximal 100 Punkten liegt.

 

„Die Leute lieben Rankings“, so Antonius Klees von der Onlineagentur active-value, die seitwert.de betreut. Zumindest scheinen dies die monatlich rund 300.000 Seitenzugriffe, die Klees für das Projekt verzeichnen kann, zu beweisen. Demnach werden nicht nur Webseitenbetreiber, sondern auch Otto-Normal User gerne testen, welche Relevanz die eine oder andere Seite eigentlich hat. 

 

Verlagsseiten im Vergleich

 

Was die Bewertungen zutage fördern, zeigt sich am Beispiel der zahlreichen Webseiten deutscher Buchverlage. Auf den ersten Blick durchlaufen diese zur Zeit beinah eine kollektive Metamorphose: in regelmäßigen Abständen steht ein Relaunch auf der Tagesordnung. Man findet dann Buchtrailer, extra produzierte Podcasts, speziell animierte Seiten zu den designierten Bestsellern der Saison oder die mittlerweile fast obligatorische Rubrik „Magazin“. Letztere gestaltet sich aber je nach Seite vollkommen unterschiedlich.

 

Die Aufmachungen sind vielseitig. Schicke Flash-Animationen einerseits, und andererseits altmodisch anmutende Verlagsseiten, die weniger durch ihr Aussehen, als ihre Inhalte bestechen. Ein Vergleich der Seiten von DroemerKnaur und Suhrkamp zeigen derzeit wohl am deutlichsten die Unterschiede des technisch Machbaren. Doch was die Webseiten wirklich zu bieten haben, zeigt sich erst auf den zweiten Blick.

 

Der Seite des Hanser Verlags steht die Überarbeitung beispielsweise noch bevor. Dennoch verzeichnet sie bei seitwert.de 42.92 von 100 möglichen Punkten. Auch der Onlineauftritt des Suhrkamp Verlages, bewusst zurückhaltend und fernab moderner Animationen oder zusätzlichem Aufwand, kommt auf 42,66 Punkte. Seiten wie die von Lübbe, DroemerKnaur oder Rowohlt müssen sich mit teils deutlich weniger zufrieden geben. Zum Vergleich erreichen Seiten wie spiegel.de oder heise.de Werte zwischen 75 und 85 Punkten.

 

Auf anderen Bewertungsseiten sieht die Situation zwischen den Verlagsseiten indes wieder ganz anders aus: Auf alexa.com liegt beispielsweise die Seite von Droemer Knaur deutlich vor Suhrkamp und Kiepenheuer & Witsch. Bei trends.google.com hingegen liegt Suhrkamp wieder auf der Poleposition. Wann weniger also wirklich mehr ist, müssen letztlich die Nutzer für sich selbst entscheiden.









 


 


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