Tracking Programme sind eine feine Sache. Vor allem für Werbe- und Marketingabteilungen in Verlagshäusern, die mittels Tracking Codes und Linkkontrolle ihre Bannerschaltung und Online-Werbemaßnahmen von der Pike an kontrollieren können. Im Internet wird tatsächlich für Sichtkontakte und nicht wie bei Anzeigen in Print und TV für Reichweite bezahlt.
Reichweite und viele Sichtkontakte zusammen sind oftmals jedoch nicht genug. Wichtig für Unternehmen ist der so genannte qualifizierte Traffic, also Besucher, die sich für die jeweiligen Produkte interessieren und sie auch kaufen. Verlage mit eigenem Online-Shop werden also bevorzugt auf Seiten Werbung schalten, welche für die buchaffine und kauflustige Kundschaft besonders interessant sind - obwohl andere Seiten unter Umständen mehr Reichweite und damit mehr Sichtkontakte bieten.
Direkter Blick in den Nachbargarten
Für den Vergleich mit konkurrierenden Webseiten griffen Online-Verantwortliche gerne auf den von Amazon betriebenen Dienst Alexa.com zurück. Alexa erfasst über ein kleines Programm, ähnlich zu den Einschaltquoten im Fernsehen, die Surfgewohnheiten von Onlinern zusammen. Aktuelle Studien zeigten jedoch, dass die Zahlen von Alexa um bis zu das 50fache vom tatsächlichen Wert abweichen können - bedingt durch die unklare Struktur der Alexa-Datenquelle.
Google will für sein kostenloses Tracking Werkzeug Google Analytics nun einen weiteren Service bieten: Mit Zustimmung können Nutzer ihre Zahlen mit denen ähnlicher, konkurrierender Seiten vergleichen. Selbstverständlich bei völliger Transparenz. Will heißen, die Konkurrenten dürfen ebenfalls vergleichen.
Konkurrenz beobachten und Google beobachtet alle
So beobachten und vergleichen Unternehmen ihre Zahlen und Kennziffern mit dem durchaus komfortablen Google Tool. Die Suchmaschine hingegen vergleicht nicht, sie kennt die Online-Kennzahlen einer großen Zahl von Unternehmen.
Eine Studie der Universität Graz ergab im Herbst letzten Jahres, dass Google schon heute in manchen Wirtschaftsbereichen über höchst sensible Informationen verfüge. Je größer das Monopol des Suchmaschinenbetreibers, desto mehr wächst auch die Anzahl der Informationen.
Die Studie spricht sogar von einer Google-Realität: Was nicht bei Google zu finden ist, existiert demnach für viele Internetnutzer nicht. Was bei Google zu finden ist, gewinnt Wirklichkeit im Netz. Wieviel reales Kapital mit den gesammelten Analytics Daten für den Suchmaschinenbetreiber zu machen ist, wird die Zukunft zeigen.
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